Zu schön für diese Welt:
Pure Schönheit

Beim Betreten der Bühne, wenn die Kostümierung sitzt, der Kopf sich konzentriert, einen inneren Punkt fixiert, da wird so einiges abgelegt. Zuerst einmal entfernt man sich von der eigenen Persönlichkeit, von den eigenen Werten, den eigenen Vorstellungen, schlüpft in eine Rolle, die erschaffen wurde, aus Brigitte, Bild der Frau, Germany’s Next Top Model, legt sich ein Verständnis für Schönheit zurecht, lebt es aus.

Die Gruppe aus Baden-Baden besteht aus rund 20 Spielerinnen und Spielern, 20 Chaosköpfen, die ihrer Kreativität freien Lauf gelassen haben, in 20 kleinen Badezimmern, 20 unterschiedliche Geschichten, 21 sogar, wenn man alles noch als Ganzes betrachtet.

Am besten, sagen sie augenzwinkernd, gehe man 21 Mal ins Theater und schaue sich das Stück 21 Mal an – nur so könne man sicherstellen, wirklich alles gesehen zu haben.

Dabei habe sich die Gruppe bemüht, Präsenzgerechtigkeit zu schaffen. Bei einer so großen Gruppe sei das jetzige Bühnenbild, ein riesiges Gerüst aus 20 Kabinen, die optimale Art gewesen, niemanden in den Vordergrund zu rücken. Alle sind wichtig, es wird nicht gewichtet.

Heute Abend erwartet uns weder eine Revolution noch irgendeine Antwort darauf, was schön ist, sondern eine unterhaltsame, vielleicht sogar ironische, Abhandlung darüber, was im Grunde genommen das ist, was uns alle umgibt, nämlich – mir sei eine optimistische Pointe erlaubt: pure Schönheit.*

* Uuuuuuuh, ist der süüüüüüüüüß!

Foto: Dave Großmann