Zahlen sagen mehr als 22011 Worte

No fun, just facts.

Weil wir soziophobe Creeps unseren Blogging-Bunker nur für Mahlzeiten verlassen, mussten wir uns eine Methode suchen, euch trotzdem etwas besser kennenzulernen: Statistische Erhebungen zu eurer Textsammlung.

Beginnen wir mit den großen Themen der Weltliteratur.  Auf den ersten Blick gibt die Statistik keinen Grund zur Beunruhigung: Leben schlägt Tod 24:18; Liebe siegt mit 10:8 knapp über Hass. Allerdings scheinen euch Müdigkeit, Schlaf und Träume noch viel mehr zu beschäftigen. Wenn das mal nichts mit der einlullenden Kapitalismus-Indoktrinierung zu tun hat! Aber es kommt noch schlimmer: Körper sind euch 3,4 mal wichtiger als Liebe. Das nenne ich oberflächlich.

 

 

Werfen wir einen Blick auf das Essverhalten eurer Figuren. Flüssige Ernährungsweisen, wahlweise Milch oder Kaffee, scheinen im Trend zu liegen. Zur gutbürgerliche Brotscheibe greifen immerhin noch 17%, genauso viele wie zu Fertiggerichten und Fertigteigdosen. Über die unappetitlichen 3,4% für Katzenfutter sind wir sprachlos (vielleicht besteht ein Zusammenhang zur drittletzten Statistik). Löblich ist der hohe Anteil an vegetarischer Kost von über 90%.

 

 

Weiter geh’ts mit einigen panikverbreitenden Klimadaten. 72% Sommeranteil bei den Jahreszeiten sprechen eine deutliche Sprache. Das durchschnittliche TjA-Jahr kommt auf lediglich 29 Wintertage an denen es ganze drei Mal schneit. Spätestens jetzt wissen wir, dass Greta recht hat.

 

 

Daraus ergibt sich ein kausaler Zusammenhang zur nächsten Rubrik: Elemente. Dreiviertel der genannten Elemente entfallen auf Wind und Wasser. Zufall? Man denke nur an die jüngsten Ereignisse in Venedig. Die Klimafolgen machen sich auch in euren Texten bemerkbar. There is no Planet B. Wobei: Das Wort Erde kommt 13 Mal vor.

 

 

Vom menschlichen Raubbau an der literarischen Natur bleibt auch die Fauna nicht verschont. Fische und andere Meeresbewohner*innen wie Plankton und Garnelen wurden bereits auf erschreckende 5,7% dezimiert. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag ihr Anteil noch bei 47%. Ähnlich schlecht steht es um Wild- und Savannentiere wie Giraffen oder Zebras (15,1%). Auch den Haustieren ergeht es nicht immer gut. Jeweils ein(e) tote(r) Dackel, Kater und Katze sowie entliche mit der Schaufel erschlagenen Katzenbabys sind eine traurige Bilanz. Erfreulich ist hingegen der vergleichsweise geringe Anteil an Nutztieren (Schafe, Kühe, Hühner) von 7,5%. Wobei wir lieber nicht auf die Gründe hierfür eingehen wollen.

 

 

Bei all der Klimaapokalypse hilft manchmal einfach nur noch, sich gründlich wegzuballern. Auch wenn die diesjährigen Preisträger*innen nicht den Eindruck machen: Sie kennen sieben verschiedene Arten, die unangenehme Wahrheit ihrer traurigen Existenz zu betäuben. Knapp die Hälfte greift dabei am liebsten zum Glimmstängel, der gern mit weiteren natürlichen Substanzen angereichert sein kann. Den Rest teilen Alkohol und verschiedene Medikamente unter sich auf. Beachtlicherweise haben danach nur zwei von 20 Teilnehmer*innen einen Kater. Ihr seid eben noch jung!

 

 

Zum Abschluss eine Antwort auf die wichtigste Frage des diesjährigen TjA: Wie steht es um eure politische Einstellung? In euren Texten habt ihr ja reichlich Farbe bekannt. Wenn am heutigen Sonntag Wahlen wären, käme das TjA-Parlament auf folgende unkommentierte Sitzverteilung:

 

 

Und noch eine traurige Realität: Die einzige in euren Texten genannte Gesellschaftsform ist und bleibt der Kapitalismus.

Beitragsbild: Sebastian Hartlaub, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Katzenfutter.JPG