Workshops:
Songnavigator Teil 1

In dem Workshop von Alexander Riemenschneider und Ulrich Zehfuß lernen die Teilnehmer*innen, worauf es beim Schreiben guter Songtexte ankommt und welche Methoden ihnen dabei helfen können. Die beiden Coaches empfehlen beispielsweise, einen Song nicht linear, also Zeile für Zeile, zu schreiben. Stattdessen sollte zuerst viel Material zum Thema des Songs in einer Mind-Map gesammelt werden. In dieser Phase sollte man sich auf keinen Fall durch Selbstkritik einschränken lassen. Das Gesammelte wird erst später sortiert und in Songform gebracht. Alexander und Ulrich sprechen davon, dass man im Prozess des Songwritings verschiedene Rollen einnimmt: Träumer*in — Redakteur*in — Kritiker*in.

Ulrich und Alexander fragen, wie die Teilnehmer*innen ihre Texte schreiben. Am Beispiel von Lydias Song „Sandwich“ erklären sie, wie wichtig es ist, dass ein Lied glaubwürdig von persönlichen Erfahrungen erzählt und mit konkreten Bildern arbeitet, in die sich die Zuhörer*innen hineinversetzen können („Große Brüder schmeißen ihre Socken in mein Zimmer rein // Große Brüder nerven immer“). Es sei aber auch möglich, durch die Beschreibung von etwas Alltäglichem, wie Einkaufen bei Edeka, etwas völlig anderes und abstraktes wie Trauer oder Reue auszudrücken, wie Ulrich und Alexander an Gustes Song „Was für’n Zufall“ demonstrieren.

Wenn ihr Lieder schreiben wollt, die sich von den Liedern anderer unterscheiden, dann vertraut eurer persönlichen Perspektive. Je mehr ihr euren persönlichen Erfahrungen vertraut, desto einzigartiger wird es.
— Ulrich Zehfuß