We are TJA

Wir sind junge Autoren. Thematisch drehen sich unsere Texte zu 99% um Selbsthass und Körperflüssigkeiten. Viel mehr hat in unserem Leben noch keine Rolle gespielt. Wir beherrschen keine Rechtschreibung mehr, weil alle unsere Geräte über eine Autokorrekturfunktion verfügen. Wir lassen uns vom Internet ablenken und verfassen darüber Poetry Slams. Uns kotzt das Establishment an, nur werfen wir keine Steine, sondern reflektieren und posten. Viele finden das unpolitisch. Wir müssen uns die Sache erst nochmal durch den Kopf gehen lassen. Wir können reisen, müssen aber nicht. Obwohl, eigentlich schon wegen Lebenslauf und so. Wir können mit einem einzigen Video eine größere Fanbase aufbauen als Friedrich Liechtenstein mit seiner Edeka-Werbung. Wir sind laut Klickzahlen morgen schon nicht mehr aktuell, aber doch eigentlich die Zukunft der Literatur. Bei der Preisträgerlesung schauen wir aufs Papier, weil auf dem Pult zu wenig Platz für Laptops ist. Wir beobachten den Untergang des Printjournalismus und finden E-Books kacke. Wir schreiben, damit wir uns selbst lesen können. Dass andere uns dabei über die Schulter schauen, ist auch ganz nett.

Beim TJA legt man uns hölzerne Bleistifte und Papier hin, damit wir schreiben ohne erreichbar zu sein, uns auch physisch mit Kreativität auseinandersetzen. Wir essen gemeinsam Abendbrot, tauschen uns über Texte aus, anstatt durch anonyme Kommentare zu scrollen. Wir sind junge Autoren, die in einem Raum zusammenkommen, die weltlichen Probleme unserer Genrationen können uns mal ganz kurz am Arsch vorbeigehen.