Unsere Hände

 

eine Hand, das ist

unter anderem

ein Finger, ein kleiner

 

eine Hand lässt sich

schütteln und auf den

Boden drücken

eine Hand lässt sich

küssen

 

eine Hand ist praktisch und zwar

sehr zum Gläser halten und

Köpfe streicheln (so weich)

 

eine Hand lässt sich schmücken und

wenn sie sich dann streckt

hoch ins Licht dann

(uhlala)

 

eine Hand, die ist dir, die

ist mir, die ist deine

und meine, die rupft Gras und

fühlt Steine (so ist das)

 


 

Beim Tanztreffen wird heute Voguing geübt. Es wird synchron gewedelt, gezeigt und geklatscht. Es wird der Akt der Hände vollführt. Aber sind sie nicht auch in ihrem natürlichen Habitus, in den unchoreografierten Momenten, in ihrem ungestörten Verhalten nicht so wunderbar elegant und formreich und tänzerisch umwerfend? Dieser Post sieht sich als eine kleine Beobachtung und Wertschätzung der alltäglichen Hände.

 


 

wenn sie so da sind und Teil sind und nicht wissen wohin und

in Verschränkung sich Finger Gesellschaft leisten

sich greifen sich schmiegen sich legen

dann bewegt sich plötzlich was Tiefes was

Ehrliches dann merk ich es trifft mich irgendwo tief weil

dieses im Gras liegen und Halme zupfen dieses

sich an sich selbst Festhalten dieses

Verschränken und Wurschteln und Krallen

das kenn ich das

mach ich auch das

machen wir alle