THE SKY IS MY GENDER

„WHAT IF…?“ /// Gedankensplitter (Ich kann nicht klar denken, schreiben oder 10 Schritte mit geschlossenen Augen laufen, deswegen nur Splitter) zur Fragestellung des TTJ-Workshops „What if…?“: zu der sog. neuen Rechten, neuen Realitäten und Simulationen.


O Konsumarchitektur! Fülle die tiefe Leere in meinem Herzen. Ich liebe die Mall. Ich kaufe mir ein Kuscheltier. Ich nenne es DJ Bobo.  

Alles ist zerrissen.

Außer die Rechten, das Kollektiv der gebrochenen Herzen. Während sich ein rechtes WIR mit Stolz und Selbstbewusstsein ermächtigt, verlieren sich diese abgedrehten Linken in sogenannter Identitätspolitik. Die PC-Totalität erfasst jedes einzelne Atom im Kosmos. Da sind Kidz im Netz, die bezeichnen sich als anti-geschlechtlich, als genderfluide Spacebabes, sexy Polarfüchse und omnigeschlechtliche Otter. Das Digitale bietet die Möglichkeit, die Ketten dessen, was Mensch sein soll, verlassen zu können, was ein Geschlecht ist, was eine Identität ist, was eine Lebensform ist.

Wir leben in Zeiten prekärer Arbeitsverhältnisse, Leih- und Zeitarbeit, bei gleichzeitig exponentiell wachsendem Reichtum. Wie lassen sich dann solche Identitätsspielereien legitimieren? Niemand braucht sie zu legitimieren. Es passiert. Es passiert die ganze Zeit im Digitalen. Das Netz ist eine Maschine, die den Raum des Möglichen erweitert, jede Sekunde, auch jetzt in diesem Moment. Die Realität ist längst nicht mehr die Realität, sie wurde schon längst überschrieben mit einer mächtigen, heißen, reifen, fruchtigen, teilweise angeschwollenen, sexy Hyperrealität. Sie durchdringt und löst die Materie auf. Die Materie selbst ist schon durchsetzt von Virtualitäten, fiktiven Teilchen, durch den Hall nie geahnter Identitäten und vergangener Supernovae.

Diese Identitätspolitik (gibt es Politik außerhalb von Identitäten?) steht nicht im Widerspruch mit dem Kampf gegen die neoliberalistischen Unterdrückungsmechanismen (die ja so erfolgreich von den Rechten kritisiert werden). Klassen stehen im Raum der Identität als eine Senkrechte. Eine Senkrechte von Unten nach Oben ist nicht denkbar ohne eine Waagerechte, eine Diagonale, ohne sphärische Koordinaten. Die Senkrechte ist stets verräumlicht.

Facebook hat jetzt mehr Genderoptionen, habt ihr schon gehört. Irre. Klar, dass da rechte Bewegungen mit einem strikten Familien- und Geschlechterbild viel bodenständiger wirken.

Die Realität selbst ist aber nicht bodenständig, sie ist scheiße abgehoben und durch und durch pervers.