Testosteron:
Teenage Dream
So Hard to Beat

Eine Exkursion nach drüben

another girl in the neighbourhood / wish she was mine
Darum gehts: Alex hat seinen ersten Samenerguss im Schullandheim, Alex liebt Marina, Marina hat vielleicht was mit Alex‘ bestem Freund Timo. So weit, so einfach. Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu.
Es ist so sehr schwierig, diese Geschichte erzählen, ohne dass sie nicht banal oder ausgelutscht oder einfach nur lächerlich wirkt. Wie soll man überhaupt von Spermaflecken, Küssen im Kino, dem Cover von TV-Spielfilm und YouPorn erzählen? Ein bisschen blieb es im Klischee und der Banalität hängen. Und wie soll ich, weiblich, auch wissen, ob es nicht wirklich für alle Jungs immer so ist. Ich hab ein paar gefragt, und die haben meistens gegrinst und ja gesagt. So gesehen war es für mich auch ein interessanter Ausflug in männliche Befindlichkeiten. Sehr interessant.

Und wie gesagt, wem sowas – Pubertät, Liebe, Peinlichkeiten – just passiert, dem scheint es immer groß, wichtig, orchestral.

Aber kann oder muss man das überhaupt noch, sich mit der Pubertät auseinandersetzten, so als die ziemlich erwachsenen Menschen, die die Spieler von TheaterGrueneSosse nun eben sind? Oder kann man gerade dann gut über die Leiden während einer männlichen Pubertät erzählen, wenn man ein bisschen Abstand hat und die schlimmsten Blessuren verheilt sind?

Es hätte mich sicher in den Wahnsinn getrieben, das Stück wäre wahrscheinlich nur Abklatsch und Farce gewesen, hätten die Spieler nun tatsächlich so getan, als wären sie vierzehneinhalb.

looks so good
Alex und seine Alter Egos tanzen. Tanzen miteinander. Und das kein bisschen pubertär, sondern erwachsen und männlich. Aggressiv und zart. Gespannt und spannend.

Mein liebster Moment: wie sie sich gegenseitig anfassen, zu erfassen suchen. Immer wieder ein Nein, dann zum Schluss ein Jaah, das erlösend sein könnte.

Wenn Alex auf der Rollbox über die Bühne wirbelt und sich immerwieder an seiner Mutter abstößt [diese Mutter, die so überhaupt nichts versteht – irgendwie schien mir das seltsam. Schnupfen? Komm schon!]
Wunderbare, so sehr wunderbare Momente.

Fiebernd nervöse, sentimentale oder mitgrölmäßige Musik. Klangcollagen und Loops. Selbstgemacht, live. Was will man mehr?

I need excitement, oh I need it bad
Zwischendurch hab ich mich gefragt, wann es weitergeht. Wenn die Lieder immer weiter gingen und immer weiter getanzt wurde.

Vielleicht ist dieses Gefühl des Im-Loop-Hängens auch teenagertypisch und wird absichtlich im Zuschauer erzeugt.

Aber sonst:
I wanna hold her wanna hold her tight / get teenage kicks right through the night