SELBSTauslöser:
„Wir wollen kein
Seelenstriptease
machen!“

Das ttj finden sie „anstrengender als erwartet“. Aber trotzdem gut, weil Stimmung gut, Workshops gut, und gut organisiert. Und über-haupt: all die verschiedenen Stücke!

Die fünf Mädchen von der Tanztheatergruppe Hagazussa der Marienschule Münster, die zwischen 16 und 23 Jahre alt sind, haben sich ursprünglich in der Modern Dance-AG der Schule zusammengefunden. Tanztheater ist für sie Freizeit, ein freiwilliges Projekt, was man immer gern in den eigenen Zeitplan quetscht.

Und was hat es mit diesem Hagahugazussa-zussu-Ding auf sich? Laut den Münsteraner Mädchen kommt Hagazussa aus dem Altgermanischen und bezeichnet eine weise Frau. Oder auch Hexe, bzw.: Zaunreiterin. Wie jetzt: Zaun? Der Zaun als Barriere zwischen zwei Welten, und Hagazussa ist eben darauf, zwischen den Welten, und so geht es den Mädchen doch auch: sagen sie. Sie zwischen dem Theater und ihrem „realen“ Leben.

Tanztheater ist für sie eine Form, sich auszudrücken und die Gefühle zu transportieren, für die sie keine Worte haben. Trotzdem ging dem Stück viel Textarbeit voraus, verraten uns die Tänzerinnen. Sie schreiben „Ich“- Gesichten und Gedichte. „Wir wollten ein Stück über uns selbst machen.“ Bei ihrer Selbstbetrachtung setzten sie ihren Schwerpunkt auf ihre Ängste an.

Durch die Theaterarbeit gelingt es ihnen, wieder Distanz zu ihren persönlichen Erfahrungen einzunehmen: „Wir wollen kein Seelenstriptease machen.“

Mitarbeit: Hannes Wolf
Foto: Dave Großmann