Road to ttj:
Es liegt was in der Luft

In Frankfurt bläst ein Gebäude Luft auf die Straße, und die Luft riecht wie im Foyer der Berliner Festspiele. Wenn ich vorbeilaufe, mache ich langsamer. Wenn jemand bei mir ist, sage ich: „So riecht es im Foyer der Festspiele. Kurz bevor man ins Theater geht. Oder den ganzen Tag, während man für die Festivalzeitung schreibt.“
Ein Freund meinte, der Geruch kommt von einem bestimmten Teppichreiniger. Tatsächlich liegt im Foyer ein Teppich, was der Freund nicht wissen konnte. Ein heißer Tipp. Aber vielleicht haben sie auch eine Luft-Leitung von Berlin nach Frankfurt gelegt, und dann wird gepumpt. Den Festspielen traue ich alles zu.

Ich habe einmal gelernt, dass Geruch hinter der Stirn abgespeichert wird, und dass sich die Geruchs-Neuronen am schnellsten von allen erneuern. Damit der Geruch im Kopf nicht muffig wird.

Zugegeben, der Geruch im Foyer ist eine Nebensache. Beim Theatertreffen der Jugend hat man so viel im Kopf, da bringen einen ein paar frische Geruchs-Neuronen nicht ins Grübeln.

Das Theatertreffen bedeutet Schaulust und Lust zu am Schauspiel, es ist ein Tummelplatz, auf dem das Theater gelebt wird, und der Platz ist so groß wie acht Tage. Man kann Leuten lange davon erzählen, aber wenn sie nicht dabei waren, können sie es kaum verstehen. Nur so viel: es begeistert einen so sehr, dass man sich sogar unbewusst die Gerüche hinter die Stirn schreibt. Also ein Trauma im besten Sinne.

Ich kann es kaum erwarten: all die Leute! Bestimmt riecht das Foyer doch ganz anders.