Paulina sulla spiaggia:
Es ist angerichtet

Das mit der Medienkompetenz ist so ein Ding. Und die Berliner von P14 sind total medienkompetent. Schleimen sich die ganze Zeit bei der FZ ein, erwähnen uns sogar (völlig zu Recht!) in ihrem Stück und schreiben uns furiose Liebes-/Leserbriefe. Wir sind aber auch totale Ego-Säue und finden das natürlich voll super. Als Konfliktsucher bzw. FZ-Redakteur würde ich gerne das Stück natürlich nicht so super finden, aber – Himmel, Arsch und Stinkstiefel – war das großartig gestern Abend!

Das fängt beim Bühnenbild an: Da werden Dinge nur angedeutet, nicht zu Ende gebaut, da hängen Fenster, da steht eine Tür, und trotzdem ist genug Platz, um zu rennen, zu tanzen, zu schlafen. Es geht weiter bei den ausführlichen Dialogen, Schlagabtausch nach Schlagabtausch, oftmals intelligentes Gerede parodierend und mit Zungenbrechern spielend, die – so gehört sich das ja inzwischen – immer wieder wiederholt werden. Denn hintergründige Kritik funktioniert eben auch gut, wenn man den Teufel an den Hörnern packt. Schnelles Sprechen jedoch, um dadurch für Verwirrung und Faszination beim Publikum zu sorgen – ein alter Trick, der manchmal nervt. So haben die damals auch bei Dawson’s Creek gesprochen und haben mir damit fast die Kindheit versaut, weil ich dachte, dass ich so niemals würde sprechen können. Kannichjetztaberdochgottseidank.

Ein ganz großes Lob gebührt den Schauspielerinnen und Schauspielern. Da wird der Körper eingesetzt, da sieht sogar das Laufen gut aus. Besonders die Casting-Szene gefällt aufgrund ihrer erfrischenden Art und trifft mit ihrer Kritik den Nagel so was von auf den Kopf, dass mir hier nicht einmal eine anständige Metapher einfällt. Wirklich fantastisch habe ich die Intonierung von „FZ-Redaktion“ empfunden – Grimme-Preis! Hier und da ein Textpatzer, den man leider auch gemerkt hat – geschenkt.

Paulina sulla spiaggia. Oder, wie es im Deutschen heißt: Es ist al dente!