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Was ist Musik?

Wissen die Bewohner*innen von Trappist 1, was Musik ist? Das ist eine Frage, die sich im Kontext der Botschaften des Treffens junge Musik-Szene ganz natürlich stellt.


Emma, Emma und Emma erklären den Stellenwert von Glaubwürdigkeit für ihre eigene Musik.


Haben die Bewohner*innen von Trappist 1 ein Konzept von „Musik“, das bestimmte Formen von Laut- und Tonkombinationen von anderen trennt, wie es die Menschen scheinbar haben? Und wie zuverlässig trennt das menschliche Konzept von „Musik“ eigentlich zwischen Musik und Nicht-Musik – findet also immer eine eineindeutige Zuordnung zur einen oder zur anderen Kategorie statt? Und nehmen alle Menschen diese Zuordnung auf dieselbe Weise vor?


Rosemarie erklärt uns, was Menschen tun, wenn sie sich kennenlernen.


Howard S. Becker beschreibt in seinem Buch “Tricks of the Trade” ein Projekt der wissenschaftlichen Disziplin Musikethnologie, das sich zum Ziel gesetzt hat, all die Formen von Musik aufzuzeichnen und zu beschreiben, die es gibt und je gegeben hat. Im Zuge dieses Projektes stellt sich natürlich die Frage: „Was ist Musik“? Welches Kriterium muss eine Lautkombination erfüllen, um in die „Musik“-Sammlung aufgenommen zu werden? Muss sie zu einer bestimmten Form von „Hochkultur“ gezählt werden; muss sie „authentisch“ sein oder „traditionell“? Ist Musik das, was von (selbst-)ernannten „Profis“ gespielt wird?


Fritzi erinnert sich an Episoden aus ihrer Kindheit.


All diese Definitionen arbeiten mit neuen Konzepten („Hochkultur“; „Authentizität“; „Tradition“; „Professionalität“), die es weiter zu definieren gilt und die neue verschwommene Grenzen mit sich bringen. Die Folge ist absehbar: Eine Kette von neuen Definitionen, Streits um Deutungshoheiten, Unklarheit statt Klarheit.


Roland über eine unliebsame Eigenschaft des Menschen.


Das Team Dr. Jean-Jacques Schaper-Straße, Leni Meierotto und Etienne Données zeichnet auf dem Treffen junge Musik-Szene ebenfalls Musik auf. Statt aber nach einer wissenschaftlichen Definition von Musik zu streben und nur solche Lautkombinationen aufzuzeichnen, die sich nach dieser Definition richten, zeichnen wir all das auf, was die Botschafter*innen selbst als Musik anerkennen. Damit ergibt sich eine „Liste“ von Laut- und Tonkombinationen, die von den Botschafter*innen als „Musik“ anerkannt werden.

„[A] list is not a definition“, schreibt Becker über das oben beschriebene Projekt der Musikethnologie. Eine solche wissenschaftliche Definition entspricht aber auch keinem authentischen Bild der Menschheit. Eine Liste schon.


Titelbild: Cam Matheson
Videos: Josephine Fabien