Nachtkritik:
Syrien –
Der Krieg im Menschen

In knapp unter einer Stunde bringt das Hamburger Ensemble mehr Gewalt auf die Bühne, als mancher Zuschauer ertragen kann. Folterszene folgt auf Folterszene. Die Darstellung ist erschreckend realistisch, die schauspielerische Darstellung bemerkenswert. Ein kleiner Junge wird gezwungen, seine Schwester umzubringen, dann wird auch er von einem der Geiselnehmer ermordet. Eine Axt, die auf ein Holzbrett geschlagen wird, symbolisiert die Schüsse. Kunstblut, Dreck – einige aus dem Publikum müssen den Saal verlassen. Das Publikum ist polarisiert. Nach dem Stück wird vor allem diskutiert, ob diese sehr direkte Art der Gewaltdarstellung für die komplexe Thematik sinnvoll und für die sehr jungen Schauspieler zumutbar ist. Auch die FZ-Redaktion wird heute Abend noch viel Stoff zur Diskussion haben. Wir sind gespannt, wie die Kritiken ausfallen werden.