Müssen nur wollen:
Stofftiermassaker

In Düsseldorf mögen sie den großen Un-terbachersee, wo man Tretboot fahren kann und der in — Unterbach — liegt.

Auf dem Festival sei das Essen gut, die Stimmung sei sehr sympathisch und es gebe keine Langeweile. Die Workshops seien super und die Umgebung sei wun-derschön.

Außerdem seien sie sehr glücklich über die Möglichkeit sich mit anderen jugendlichen Spielerinnen und Spielern austauschen zu können und ihre Stücke zu sehen.

Als die Spielleiterin erfuhr, dass ihre Grup-pe zum ttj ausgewählt ist, glaubte sie zu allererst gar nicht daran, doch als sie die Situation begriff, sprang sie zum Telefon und rief alle ihre Spieler nacheinander an, um ihnen die frohe Botschaft zu verkündi-gen. „Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin“, riefen sie bei der Probe.

Die zwei Jungs, die mit den acht Mädels spielen behaupten, sie seien durch die Hölle gegangen während der Stückentwick-lung. Doch das stellt sich als Scherz her-aus.

Man merkt der Gruppe sofort an, dass sie wunderbar zusammen passen und es kei-ne Schwierigkeiten gibt bzw. gab.

Die Spielleiterin sagt, was in Düsseldorf passiert, bleibt in Düsseldorf. Doch kleine Details einer gescheiterten Probe haben sie mir verraten:

Es war die erste Probe nach der Wieder-aufnahme des Stückes. In dieser funktio-nierte das Licht und der Ton nicht, die Spieler waren schlecht gelaunt und die Spielleitung im Studienstress. Für das ein-stündige Stück hätten sie drei Stunden gebraucht an diesem Tag. Manche Spieler hatten „komplette Aussetzer“, deshalb sprechen sie auch vom Stofftiermas-saker. Bei einer anderen Probe gab es nur Blut, Tränen und Schweinegrippe, doch die Aufführung war krank geil.
Noch einige Beschreibungssätze für das Stück:

Eine vielleicht etwas schockierende Kritik an den Erziehungsmethoden von heute und gestern.

Extremität der Erziehung in 60 Minuten.

Kranke Scheiße von kranken Kindern.

Foto: Dave Großmann