millenial angst & the internets – Workshop

Im Workshop „The Internets“ von Rudi Nuss zündelten die Preisträger*innen mit den inflationären Sprachkosmen des digitalen Neulands und entfachten eine tweetsprühende Supernova aus Generation-Y-Nihilismus und quasikomischem Alltagsnonsens.

Wenn man mit 13 schwanger wird oder wissen will, wie viele Lamborghinis sich die NASA leisten kann, fragt man das Internet. Wenn man ein krankhaftes Äußerungsbedürfnis zu den Problemen des westeuropäischen Alltags hat, nennt man sich Stefanie Sargnagel und wendet sich damit an ebendieses. Dass Internet und Kunst einen kleinsten gemeinsamen Nenner besitzen, wissen wir inzwischen trotz Julia Engelmanns zermürbenden Guerillabeiträgen. Rudi Nuss bewies uns, dass den informellen Untiefen und undurchdringlichen Postingstrudeln durchaus auch (analoge) literararische Kleinode abzugewinnen sind.

Die Teilnehmer*innen testeten zunächst in einem kollektiven Account nach Vorbild von Netzpoet*innen wie Puneh Ansari oder Birte Lanius das literarische und humoristische Potenzial von 280-Zeichen-Tweets bis an die Grenzen des postbaren. Im zweiten Teil des Workshops ging es um das Erzeugen von literarischen Texten durch das Internet. Nach uncreative writing-Manier wurde Material von Verschwörungstheorie-Blogs, Kommentarspalten, einer Kieler Tageszeitung und den Instagram-Postings aus der eigenen Timeline gecopiet & pastet, upgecuttet und durch das pulsierende Assoziationszentrum unserer überstimulierten Millenialhirne in einen neuen poetischen Kontext gesetzt. Durchaus lit!

Zwei Ergebnisse von Charlie Fischer und Sabir Sagitow: