Licht und Lieder #4:
CassMae und Katinka

In unserer Abschieds-Ausgabe „Licht und Lieder“ fragen wir Cassandra Mae Spittmann (CassMae) und Antonia Weigand (Katinka) nach ihren Workshop-Erfahrungen und klären, warum sie so gut Englisch können.


CassMae (Foto: Dave Großmann)CassMae


Redaktion: Zuerst wollen wir mit euch über das Instrument sprechen, das ihr beide spielt. Habt ihr zuhause E-Pianos oder „richtige“ Klaviere?

Antonia:  Zuhause haben wir ein richtiges Klavier. Ich habe aber auch in meinem Zimmer ein gutes E-Piano. Auf schlechten E-Pianos, wo die Tasten kein Gewicht haben, kann ich nicht spielen.

Cassandra: Wir haben ein Yamaha-Klavier im Wohnzimmer stehen. In meinem Zimmer habe ich ein Nord-Stagepiano. Im Gästezimmer haben wir dann noch ein Klavier. Und dann noch so alte Keyboards. Die sind aber langweilig.


Katinka (Foto: Dave Großmann)Katinka


Cassandra, gestern hat Dir Moritz (Keyboarder bei Zaunkönig) einen Crashkurs auf dem Nord-Piano gegeben.

Cassandra: Ja, ich hab‘ das nämlich erst seit anderthalb, zwei Wochen. Beim Crashkurs mit Moritz ging’s um die Effekte, das fand ich sehr spannend.

Ist es für euch das erste Mal, mit vielen anderen Musikern zusammenzutreffen?

Cassandra: Also, ich hab auch davor schon gejammt. Aber meistens nur mit meinem Coach. Oder mit meinem Coach und einer Schülerin von ihm. Mit so vielen Musikern, fast rund um die Uhr, und auch so vielen Bands, habe ich vorher keine Erfahrungen gehabt.

Du sagst „Coach“ und nicht „Lehrer“?

Cassandra: Ja, weil ich das cooler finde. (lacht) Und weil er halt ein Coach ist.

Antonia: Ich hab’ früher nur Geige gespielt und war auf Orchesterfahrten. In Bezug auf das Klavier und meine Lieder habe ich mich noch nicht mit anderen Leuten ausgetauscht.



Bei wem hier auf dem Treffen junge Musik-Szene hattet ihr das Gefühl, diese Person steht mir musikalisch besonders nah, von der will ich mehr erfahren?

Cassandra: Ich könnte jetzt was sagen, aber ich glaube, sie sollte zuerst drankommen.

Antonia: Als ich mich zum Beispiel an einem Abend ans Klavier gesetzt hab, kamen ein paar Leute von verschiedenen Bands — ganz zusammengewürfelt — und wir haben zusammen was gemacht. Das fand ich cool, weil die sich echt an meinen Stil anpassen konnten.

Cassandra: Ich würde sagen, dass der Stil von Katinka und mir sich sehr ähnelt. Und deswegen mag ich ihre Songs besonders gerne.

Worum ging es in den Workshops, die ihr besucht habt?

Antonia: In dem Workshop, in dem ich am Anfang war, haben wir zunächst Rhythmusübungen gemacht. Dann wurden wir in Gruppen eingeteilt und sollten zusammen auf der Bühne improvisieren. Leider musste ich vor dem Ende gehen. Im Songtext-Workshop, wo ich außerdem war, habe ich wichtige Sachen erfahren, die ich jetzt verwenden kann.  Am Anfang haben wir riesigen Input bekommen. Dann hat jeder in Stillarbeit einen Text geschrieben. Jetzt ist daraus schon ein fertiges Lied geworden.

Cassandra: Ich war zuerst im Gesangs-Workshop. Da wurden die Siegersongs vorgespielt, und geguckt, was man gesanglich daran verändern kann — was sehr lustig war. Ich zum Beispiel sollte übertrieben emotional singen. Jemand anders hat einen Korken zwischen die Zähne bekommen, um besser zu artikulieren. In dem Songwriter-Workshop war ich auch. Vorher habe ich ausschließlich englische Songs geschrieben, in diesem Kurs aber einen Song auf Deutsch.



Warum könnt ihr eigentlich so gut Englisch?

Cassandra: Meine Mutter war sehr lange in den USA. Manchmal sprechen wir Englisch zusammen. Ich hatte außerdem eine Gastschwester aus Oklahoma City und ein Au-pair-Mädchen aus England. Daher hab’ ich viel Englisch gesprochen, gehört und gelesen. Und sehr viele englische Songs gehört. Ausschließlich englische Songs eigentlich.

Antonia: Ich höre eigentlich auch nur englischsprachige Musik. Ich mag die Sprache sehr gern, es hört sich schön an beim Singen. In der Schule habe ich Englisch-LK. Also, ich spreche es einfach gerne.

Gibt es etwas, was ihr auf dem Treffen junge Musik-Szene verändern würdet?

Antonia: Ich find’ alles super!

Cassandra: Ich hätte schon etwas. Also, es ist so, dass ich nicht finde, dass man in dem Songwriting-Workshop alle auf Deutsch umpolen sollte.

Antonia: Ja.

Man musste auf Deutsch schreiben?

Antonia: Nein, man musste nicht, aber uns wurde schon zu verstehen gegeben, dass es eigentlich doof ist, wenn wir auf Englisch schreiben. Ich weiß nicht warum, vielleicht wurde gemeint, dass wir uns vor der eigenen Sprache verstecken und direkter werden sollen. Oder dass man auf Deutsch komplexere Sachen besser ausdrücken kann.

Was ist euer Lieblingsort hier im Festspielhaus?

Antonia: Ich mag sehr gerne die Halle, wo wir essen. Und die Seitenbühne, wo abends Jam-Sessions stattfinden.

Cassandra: Ich glaube, am wohlsten fühle ich mich auf den Treppen. Nein, Spaß. (lacht) Am wohlsten fühle ich mich auch im Speisesaal. Und es gibt diese kleinen Bänke mit Polstern, die mag ich auch.


Fotos: Dave Großmann