Liberation is a journey:
„Wir halten zusammen!“

Das Forum Freies Theater (FFT) Düsseldorf mit „Liberation is a journey

Eigentich ist es gar kein Theater.
Eigentlich ist es Film.
Eigentlich ist es Konzert.
Eigentlich ist es Installation.
Aber weil wir hier nicht vom Eigentlichen sprechen wollen, sondern auf den Punkt kommen müssen, lasse ich die Katze aus dem Sack: Heute Abend zeigt das Forum Freies Theater (FFT) Düsseldorf „Liberation is a journey“, eine Gesamtkomposition aus Theater/Film, Kunst und Musik.

Das Stück entstand in zwei intensiven Projektwochen. Zentral arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Themen Krieg und Gewalt.

Als ich frage, woher die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen, antworten sie wie aus einem Mund: DÜSSELDORF! Als ich weiterfrage, kristallisiert sich heraus, dass es sich um eine bunt gemischte Gruppe handelt: Die Ursprungsländer sind Mazedonien, Ghana, Usbekistan, Türkei, Italien, Ägypten, Kroatien, Griechenland und Deutschland. Hier spricht jeder drei bis fünf Sprachen fließend.

Heimat, sagen sie, ist das, wo man sich wohl fühlt. Wo man her kommt. Wo die eigene Familie lebt.
Und warum das Thema Krieg? „In dieser Welt sind wir uns alle so nah, aber wir bekommen Krieg kaum mit“. Einige Teilnehmer der Gruppe denken darüber nach, zum Bund zu gehen. Andere haben mit dem Thema persönliche Erfahrungen gemacht. Eine Teilnehmerin erzählt, die meisten Leute würden denken, sie hätte viel Krieg miterlebt, weil sie aus Afrika stamme. „Das sind schlechte Klischees. Wenn die Leute an Afrika denken, haben sie Krieg vor Augen.“

Warum arbeiten sie mit den eigenen Biografien? Es sei wichtig, etwas Echtes zu zeigen, etwas, das mit einem zu tun hat, denn es bedeute etwas. „Damit kann man was anfangen.“

Und was werden die TeilnehmerInnen aus dem Projekt mitnehmen? „Wir haben jetzt mehr Mut, Sachen zu zeigen, wir sind weniger nervös, wir denken positiv, wir sind eins“, lautet die Antwort.

Wenig später kommt ein Teilnehmer dazu. Ich frage ihn, woher er kommt, damit ich meine Liste der Nationalitäten vervollständigen kann. Ohne zu überlegen erwidert er: „Aus dem Hotel.“

Foto: Dave Großmann