Lasst die Poesie wandeln – Lyrikworkshop „Stimmen die Stimmen“

Beim Lyrikworkshop „Stimmen die Stimmen“ von Katharina Bauer und Rike Scheffler erkundeten die Preisträger*innen poetische Stimmen und kollaborative Textproduktionsverfahren.

Was passiert mit einem Text, wenn er performt wird?
Wie verändern sich Texte, wenn sie von anderen Stimmen gelesen werden?
Wie verändert sich meine Stimme, wenn ich in Bewegung bin. Und was macht das wiederum mit dem Text?
Kann ich gemeinsam mit anderen schreiben? Was macht das mit meinen Schreibroutinen?Was ist eigentlich Lyrik? Ist alles Poesie?
(Spoiler: Manche Teilnehmer*innen gehen nach dem Workshop sogar so weit, dass sie Prosa als eine Unterkategorie von Lyrik sehen.)

Und vor allem „Stimmen, die stimmen“ oder „stimmen die Stimmen“?

Im ersten Teil des Workshops entstanden aus lyrischen und wissenschaftlichen Texten über Stimme und Sprache eigene lyrische Erkundungen. Im Anschluss spielten die Teilnehmer*innen „Dikator & Diktiergerät“ und produzierten bei einem Spaziergang durchs Festspielhaus mündliche Spontanlyrik. Das gesammelte Material wurde später in Gruppenarbeit zusammengefügt und erste Perfomance-Ideen an Loopstation und Mikrophon entwickelt.

 

Hier findet ihr einige Eindrücke aus dem Workshop:

„Kann Sand bitter schmecken

Im Schatten rammt das Bühnenhaus

Fingerspitzen auf Kulissen,

knurrt die Gardine – woher

Blauflichtflimmern. Kann Erinnerung verschwinden

hinaus aufs Gitterdach.

Zu lange ist es her.

Was meinst du

Der See tanzt nicht mehr seit dem Frühling

Sjøen synger auf blauem Steinstrand.

Licht bricht im Wasserspiegel meiner Gedanken

scherben am Strand.

Vorhänge blickdicht & der Strand ist

nur aus Pappmaché.“

 

Lea & Sophie