Keine bäckereifarben
schimmernde Wohlfühlwolke

Wie schon beim Warm-Up am gestrigen Abend bilden Preisträger/-innen und Jurymitglieder einen Kreis. Diesmal sitzend. Die Videoanalyse steht an.
Es ist nicht nur spaßiger Rückblick auf das Preisträger-Konzert. Das merkt man schnell. Manchmal wird es ruhig in der Runde, und man kann das Schlucken fast hören. Egal ob jemand Kritik schon erwartet hat oder sie unerwartet kommt, weil sich der Auftritt gut angefühlt hat. Auch wenn manches in die Magengrube schlägt, ist Kritik genau hier am fruchtbarsten.

Dass ein Auftritt ein Augenblick zwischen Kontrolle und Kontrolllosigkeit ist, lernt man. Dass es für Singer-Songwriter von Anfang an wichtig ist, mit Kamera zu üben. Dass eine Band eine Quadriga sein muss, bei der alle Pferde mit selber Geschwindigkeit in dieselbe Richtung laufen. Synchron und unabhängig. Spielen, auch dann, wenn man nicht spielt. Die Präsenz waren. Auf eine reduzierte Weise ganz groß zu sein, und Grenzen nicht zu zeigen, damit niemand weiß, wo sie sind. Es noch mehr zu leben, sodass man wegschwebt, und das Publikum bereit ist, einem durch die ganze Galaxie zu folgen. Dass man aber manchmal nicht weiß, wohin die Reise geht, weil man den Text nicht versteht.
Hast du mir von einer Waschmaschine erzählt?
Um Wort-Ton-Verhältnisse geht es. Darum, wo ein Song aufhört und wo er beginnt. Welche Funktion hat mein Intro? Hat mein Intro eine Funktion?
Dass man Tischmanieren nicht immer nötig haben muss, weil das Publikum sich eigentlich bedanken müsste. Je mehr man sich nach vorne neigt, desto weiter schreckt das Publikum zurück.

Foto: Georg N. Schmitt