Interview:
Bands for Brunch
mit
The cuckoo

Die Blogredaktion im Interview mit The cuckoo.

Gleich zu Anfang: Was beschäftigt euch gerade als Band?  Gibt es derzeit ein omnipräsentes Thema bei euch?
Wir wollen neue Aufnahmen machen. Das ist der nächste Schritt. Und eine Festivaltour im Sommer. Und wir wollen mal grundsätzlich an einem Live-Bühnentourkonzept arbeiten. Also nicht so mit tanzen, eher so mit visuellem Zeug. Mit Nebel. Viel Nebel. Oder einem Beamer, der abgefuckte Sachen im Hintergrund laufen lässt. Wir wollen bei den neuen Aufnahmen eben was neues ausprobieren. Wir haben bis jetzt nämlich immer im Proberaum aufgenommen. Wir wollen jetzt halt… was Neues. (lachen)

Wie schreibt ihr eure Songs? Wie inspiriert ihr euch? Ist es ein Bandprozess?
Wir jammen alle zusammen, und so entsteht die Musik. Also wir machen eigentlich alles zusammen. Irgendjemand bringt eine Idee mit und dann entwickeln wir den Song zusammen. Jonah bringt ein Bassriff mit, oder Lukas ein Gitarrenriff. Und dann diskutieren wir und streiten uns und kommen uns in die Haare, was wir mit dem Song machen. Dann überlegen wir uns meistens tausend Parts, die alle schlecht sind und brechen es dann wieder aufs Wesentliche herunter, dann ist es meistens ganz cool. (lachen) —  Annehmbar auf jeden Fall.

Habt ihr schon mal einen Bandausflug gemacht? Um den Vibe wieder zusammen zu bekommen?
— Ne, noch nicht. Aber das ist eigentlich eine coole Vorstellung! In eine abgelegene Hütte zum Beispiel, in der Pampa.
— Wie bei diesem Film „Frank“!
— Ja, wie in Irland oder Schottland.

Was ist euer Anti-Vorbild?
Wir finden es nicht so gut, was derzeit im deutschen Pop abgeht. Das versuchen wir auch, das ist so das Ding, das wir machen: deutsche Texte. Aber wir wollen, dass sie nicht banal sind. Und wir wollen auch schon noch was damit aussagen, aber nichts Plattes. Dieser ganze moderne „Gute-Laune-Schlager“ wäre also unser Anti-Vorbild. Das wäre zumindest am ehesten das, was uns verletzen würde. Wenn jemand sagen würde „Ey, ihr seid voll Max Giesinger!“

Was erhofft ihr euch vom Treffen junge Musikszene?
Spaß, Kontakte knüpfen, in Berlin spielen. In Berlin sein. Nein, eigentlich haben wir uns nur beworben, weil wir es zufällig mitbekommen haben und dachten, da schicken wir einfach mal was hin, weil wir die Idee so schön fanden, sich einfach zu vernetzen. Dieses Wettbewerbskonzept, das es sonst so oft gibt, finden wir ganz furchtbar. Es ist wirklich super, dass es hier eben kein Wettbewerb ist. Wir finden es total geil, dass so viele junge Leute, insbesondere wirklich junge Leute, das hier machen. Wir haben uns dementsprechend auch tierisch gefreut, als wir dann eingeladen wurden; wir hatten damit wirklich nicht gerechnet. Deswegen war unsere Einstellung auch so „einfach mal gucken, was passiert“ und hoffentlich ein paar nette Leute kennenlernen. Was wir getan haben.

Wie man euch kennt, ist es aber nicht das erste Mal, dass ihr auf so viele Musiker*innen trefft, oder?
Nee.

Ihr seid also schon Szenemusiker*innen.
Ja. Wir spielen halt alles, was wir kriegen. Wodurch wir wirklich viel spielen. Im Moment nur in NRW, aber da auch wirklich jedes Wochenende. Seit 1-2 Jahren läuft es bei uns wirklich richtig gut, sodass wir eigentlich immer unterwegs sind. Sind natürlich auch mal schlechte Gigs dabei, aber eben manchmal auch ziemlich gute. Wodurch man auch überall Leute kennenlernt, was wirklich schön ist.

Betrachtet ihr Musik auch mal als Arbeit? Also, wird es euch manchmal auch zu viel?
— Manchmal. Wenn man an einer Idee arbeitet und es einfach nicht voran geht, das ist einfach nicht cool. Dann ist es auch frustrierend.
— Lina: Aber wir sind halt auch beste Freunde, haben den gleichen Freundeskreis, und hängen sowieso jeden Tag zusammen rum. Dadurch war es nie „Wir müssen irgendwas“, sondern wir wollen das einfach und wir haben Bock. Wir proben so viel, wie wir können, nehmen jeden Auftritt, den wir kriegen und schauen einfach, was daraus wird. Ich glaube, dass dadurch, auf jeden Fall bei mir, noch nie so ein Druck dahinter war. Alles, was wir hingekriegt haben, war geil und alles andere war auch egal. Im Moment läuft es halt richtig geil, dafür, dass wir immer das gemacht haben, worauf wir Bock hatten. Wir spielen derzeit wirklich jedes Wochenende in NRW und dass die Leute überhaupt noch Bock haben uns zu hören… (Lachen)