Interview:
Solos for Supper
mit
Leonora Huth

Die Blogredaktion im Interview mit Leonora Huth.

Leonora, was beschäftigt dich derzeit?
Ich finde alles ziemlich cool hier. Es ist ein bisschen wie eine andere Welt, ganz anders als der Alltag.

Wie schreibst du deine Songs, hast du da einen bestimmten Prozess? Was inspiriert dich?
Ich schreibe eigentlich nur auf Englisch und spiele Piano, das passiert meistens gleichzeitig. Also, ich bin nicht so jemand, der sich hinsetzt und denkt: „So! Schreiben wir mal einen Text!“ und am Ende vertone ich das, oder so. Bei mir passiert alles gleichzeitig. Ich spiele irgendwelche cool klingenden Akkorde, dann fällt mir was für den Text ein oder andersrum. Ich hab’s auch mal anders versucht, aber dabei kam dann nichts so cooles, authentisches heraus.

Was erhoffst du dir vom Treffen junge Musik-Szene?
Nette Leute kennenzulernen, Spaß zu haben, Erfahrungen zu sammeln, so viel mitzunehmen wie möglich.

Ist es für dich das erste Mal, dass du mit so vielen Musiker*innen zusammen bist?
Ja, genau.

Und, wie ist das so?
Beeindruckend. Alle sind gut drauf, alle können so unfassbar viel und sind so begabt. Das ist sehr inspirierend. Egal, wo man ist und wer da ist, man kann immer irgendwie spielen und jammen, das ist ziemlich cool.

Wir haben uns überlegt, dass es langweilig ist, zu fragen, ob du Vorbilder hast, darum: Hast du ein Anti-Vorbild? Gibt es eine Person, die so ist, wie du überhaupt nicht werden willst?
Helene Fischer!

Sehr beruhigend. Warum machst du eigentlich Musik?
Weil’s Bock macht und weil es für mich einfach ne Form ist, mich auszudrücken. Es kommt natürlicher als das meiste andere.

Hast du Projekte für die Zukunft?
Also, ich mache noch nicht so lange so richtig solo Musik. Ich hab natürlich zu Hause gesungen und auch Gesangsunterricht gehabt und immer mal wieder auf einer Feier was gesungen, aber jetzt versuche ich, ein bisschen mehr solo unterwegs zu sein und bekannter zu werden.

Wie stehst du zu Politik in deiner Musik? Das ist ja ein komplexes Thema. Fühlst du dich im Stande, dich darüber zu äußern?
Hm, sowohl als auch. Ich bin immer der Meinung, man soll kein Halbwissen verbreiten, denn wenn es so ungenau ist, schnappen Leute das auf und verstehen es falsch, aber auf der anderen Seite: Zu allem, was man von Politik mitkriegt, bildet sich jede*r sofort seine*ihre Meinung und das ist ja menschlich und richtig so und man soll seine Meinung auch äußern dürfen, solange man es in einem angemessenen Rahmen tut. Vor ein paar Jahren hab ich einen Song geschrieben, der war quasi so: „Die Welt ist scheiße!“, also, was momentan abgeht in der Welt und meine Freund*innen und ich haben ein Benefiz-Poetry-Slam-Projekt gestartet. Mit den Einnahmen haben wir vieles gemacht, wir haben sie gespendet und zum Beispiel Geflüchtete unterstützt. So steh ich dazu.