Immer spielt ihr und scherzt! –
All Eyes On: Räume

Gestern abend hab ich mich im Zelt mit jemandem über Handwerk unterhalten, und über Kunst.Theater sei Kunst-Handwerk, will sagen, es (das Innen) muss irgendwie gut/schön/inspirierend/wichtig/wahr/tiefer oder so sein – eine schwer greifbare Qualität, letztlich vielleicht auch nur Geschmackssache.
Und außerdem muss es (das Außen und das Drumherum und das im weitesten Sinne Technische) funktionieren.
Und dann muss es außerdem zusammen funktionieren, dann: Yeah.
Gestern, finde ich, hats richtig gut funktioniert, zusammen. So schnell und so hart und so viel Testosteron, zehn Jungs toben und schlagen und springen. So intensiv wie gut. Aber es war kein Stuntmandings.
Dazwischen: Momente inniger Zartheit und diese seltenen Momente, wo man irgendwie dieses Zeitlupengefühl hat. Zum Beispiel, wenn Schlomo fällt.
Überhaupt von wegen Fallen, man müsste ein Essay von der Ästhetik des Fallens schreiben. Einer der wichtigsten Aspekte wäre, dass man richtig Fallhöhe und Grund zum Aufklatschen schaffen muss. Wo oben und wo unten ist, ist manchmal garnicht so einfach zu sagen.
Fallhöhe und Grund zu schaffen bedeutet weniger abstrakt: Bühnenbild: Gott sitzt links oberhalbs des Klos aber immernoch ziemlich weit unten – erreichbar, hätte man geguckt. Das Gerüst schafft Fallhöhe – nicht nur von der Straße und der Metzgerei ins Männerheim sondern auch von ganz oben nach ganz unten. Unten, im Männerheim: verstreute Krankenbahren, eine Reihe Klos und der Mikrokosmos Gottes. Der Raum wird, obwohl eigentlich nicht begrenzt, trotzdem nur nach oben verlassen und wird damit zum Kosmos.
Was beim Hereinkommen ziemlich nach Chaos, Verwirrung und Verletzungsgefahr aussieht, wird in x-, y-, und z-Richtung bespielt. I liked it, yeah.
I leiked ziemlich viel mehr als die Bühne, übrigens.