Im Interview: Marlena x Cloudy Verdecia

Da wir ja eine moderne Blogredaktion sind, bemühen wir uns natürlich, stets innovativste Methoden und Ideen zum Einsatz zu bringen. In diesem Format sprechen wir mit zwei Künstler*innen gleichzeitig und geben ihnen die Möglichkeit, sich gegenseitig Fragen zu stellen.

 

So. Als allererstes könnt ihr euch gerne erst einmal vorstellen! Wer seid ihr, was macht ihr, was beschäftigt euch so?

M: Ich bin Marlena, ich mache Musik, ich singe und schreibe Texte, gehe in eine Studienvorbereitung und möchte Musik studieren. Momentan ist das noch eher Pop, so langsam geht es aber auch in Richtung Jazz.

Weißt du, wo du studieren willst?

M: Ja, es ist ein bisschen schwierig. Leipzig wäre toll, aber das wäre Jazz, da müsste ich noch meine Theoriekenntnisse vertiefen. Rostock ist interessant, weil es da so breit aufgestellt ist. Und dann ist da noch die Frage, ob nicht Songwriting der bessere, naheliegendere Studiengang ist. Das würde ich in England machen wollen.

Jetzt sind wir schon ein bisschen abgeschweift – Cloudy, willst du dich auch noch kurz vorstellen?

C: Ich bin Cloudy, 20 Jahre alt, als Singer-Songwriterin hier und habe leider meine Death-Metal-Band nicht mitgebracht, was ich schon ein bisschen bereue. Vielleicht mache ich das nächstes Jahr. Ich studiere mittlerweile Musik – zum Glück – und das ist auch so mein Lebensplan.

Ich bin total happy, dass wir hier sind, wir haben schon so viele coole Sachen hören können, ich habe schon lauter Ohrwürmer, die sich eingebrannt haben.

Habt ihr Fragen aneinander?

M: Ehrlich gesagt hängen wir so viel miteinander rum, dass wir über ganz viele Dinge schon gequatscht haben…

C: Mir fällt jetzt spontan auch nichts mehr ein. Was ist dein Sternzeichen?

M: Steinbock!

Ich habe auch noch eine Frage – Ihr kommt ja beide aus Berlin. Ist die Stadt für euch eher ein Sprungbrett und Pool voller Möglichkeiten oder einer voll mit Haifisch-Konkurrenz?

C: Also Berlin ist generell eine sehr künstlerische Stadt – für was es glaube ich richtig gut ist, ist Straßenperformance. Da gibt es ja so Spots im Mauerpark und an der Warschauer, so Orte, wo die Leute echt stehen bleiben und wirklich nach Berlin kommen, um so etwas zu sehen. Das wäre vielleicht für dich mit deiner Loopstation auch was, da sind ja schon Leute richtig erfolgreich mit geworden.

Für mich spiele ich immer eher kleine Gigs, von Bar zu Bar. Wenn ich daran denke, wie ich mich in der Welt so profilieren soll, denke ich auch immer eher an meinen Internetauftritt und durch die Gigs meine Bekanntheit zu erweitern, aber vielleicht sollte ich ein bisschen mehr darüber nachdenken, wie mir die Stadt an sich hilft. Immerhin sind wir ja hier und sind es auch noch lange, bevor wir mal irgendwo anders hingehen sollten.

Und für dich?

M: Ich habe irgendwie erst vor Kurzem angefangen, darüber richtig nachzudenken, weil noch nicht so lange feststeht, dass ich wirklich professionell Musik machen will. Ich spiele auch immer mal wieder auf Open Stages und finde es sehr interessant, wie sich die Berliner Off-Szene von anderen Städten unterscheidet. Es ist hier ein so spezifisches Publikum, man hört Singer-Songwriter-Sachen in einem Stil, alle singen ausschließlich ihre eigenen Sachen – in anderen großen touristischen europäischen Städten sind es meistens Leute, die professionell in Restaurants spielen, und hier bekommt man zwei Freigetränke und darf dann in der Bar spielen. Das ist natürlich total schwierig, denn es gibt so viele Leute, die eigentlich auch davon leben wollen, aber dann – ich will nicht sagen, ausgebeutet werden, denn die Bar hat jetzt auch nicht so viel davon, aber es ist schwierig. Also auf der einen Seite ist es hart, ich gebe so viel und dann hören drei Leute zu. Auf der anderen Seite gibt es, wenn du eine Erfolgsstufe weiter oben guckst, krass viele Fördermöglichkeiten. Es sitzen so viele Leute und Institutionen in Berlin, die Geld vergeben, und es passieren auch immer wieder fast schon historische musikalische Sachen immer wieder hier. Es ist krass, hier zu sein, du kannst alles sehen und an allem teilhaben, und das ist superwichtig.

Cloudy, vielleicht kannst du uns noch kurz etwas zu deiner Death-Metal-Band erzählen?

C: Ich bin mit 16 in die Schulband gegangen und wir haben schon Rock gemacht, bis dann ein neuer Gitarrist kam und und mit dem Genre bekannt gemacht hat. Dann habe ich angefangen, auch andere Bands zu hören und bin immer weiter eingetaucht. Ich fand diese Schrei-Technik total cool und habe auch Frauen gefunden, die das machen und damit sehr erfolgreich sind. Das wollte ich auch können.

Das heißt, du beherrschst diese Schrei-Technik?

Leider nicht perfekt, ich arbeite daran. Man muss halt gut aufpassen, dass man es am Anfang nicht falsch macht und sich die Stimme ruiniert. Ich musste mir das leider selbst beibringen, weil es für diese Scream-Technik nicht so viele Vocal Coaches gibt. In Zukunft würde ich das eigentlich gerne selbst unterrichten.

Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt und weiterhin viel Spaß und Erfolg!

Cloudy spielt am 23.11.18 mit ihrer Metal-Band New Greed in der Weißen Rose in Berlin, Eintritt 5 Euro. Es wird FETT!

Foto: Dave Großmann

Collage: Felipa Goltz