girls! girls! girls!:
Das ist die längste
Beziehung, die ich
jemals hatte

Wenn man den neun Mädels von girls! girls! girls! gegenübersitzt, dann sieht man ihnen an, dass sie vor allem Spaß haben. Kennengelernt haben sie sich Ende 2008 bei einem Casting in Hannover, bevor die Arbeit dann richtig los ging. Mit Intensivproben in den Ferien, bei denen sie zwei Wochen lang jeden Tag ungefähr acht Stunden geprobt haben, und Blöcken von je vier Stunden in der Woche nach der Schule haben sie der Premiere im Mai 2009 entgegengearbeitet. Vor Probenbeginn gab es zwar ein grobes Konzept, dass es ein Mädchen-Tanz-Projekt werden sollte, aber eigentlich haben die Tänzerinnen das Stück in der Arbeit mit ihrem Regisseur und Choreographen zu dem gemacht, was es jetzt ist.

Die Bewerbung beim ttj war damals eher „einfach so“, sie haben nicht wirklich damit gerechnet, eingeladen zu werden, weil sie wissen, dass sie mit dem Tanztheater in der Jugendtheaterlandschaft eher aus dem Rahmen fallen. Natürlich freuen sie sich trotzdem, dass sie nach Berlin kommen durften. Vor allem freuen sie sich, dass endlich einmal viele Jugendliche ihr Stück sehen werden, weil die Altersspanne bei ihren Vorstellungen zu Hause eher groß ist, und dass sie einmal ganz viele andere Theaterstücke mit Jugendlichen ansehen können.
Außerdem wissen sie schon von Gastspielen, dass es cool ist, mit dem „Haufen Freundinnen“ wegzufahren, zu dem sie nach eigener Aussage in den letzten anderthalb Jahren geworden sind.

Die Workshops gefallen ihnen, sagen sie nach dem ersten Festivaltag, weil da niemand ist, dem es peinlich ist, irgendwas vorzumachen vor den anderen – und sie finden es ein seltsames Gefühl, dass das jetzt ihr Preis ist, weil das ist, als hätten sie dafür „irgendeine große Leistung vollbracht“ (das kann jetzt noch niemand wirklich hier beurteilen, aber das werden sie wohl haben…).

Wenn sie girls! girls! girls! demnächst abgespielt haben, können sich alle vorstellen, Theater und Tanz mindestens als Hobby weiterzumachen, wenn nicht sogar später einmal professionell als Beruf.

Übrigens: Der Arbeitstitel, unter dem das Casting damals noch lief, war „Weibsbilder“. Da ist doch girls! girls! girls! eindeutig charmanter, oder?

Foto: Dave Großmann