Gastbloggerin:
Sophia Klink

Die Lichter werden intensiver, draußen vor dem Festspielhaus. Die Nacht ist angekommen und mit ihr die ersten Gäste. Sie bringen Anspannung mit. Die wuchert irgendwo zwischen den Rippen und auch im Darm. Bald geht es los.

Erste Notizbuchseiten sind inzwischen voll. Gerade noch die letzten Textproben, aufs Mikro klopfen. Die Vorschläge von der Jury hilfreich, anspruchsvoll, aber das spornt an. Keine philosophischen Gespräche mehr wie gestern über Silberfische und Waschmaschinen im Vorgarten, das schönste Geräusch. Hipster. Fassbrause. Unialltag. Die mathematischen Hintergründe des Urknalls. Ob ein Wort wohl etwas mit einem Pfeiler zu tun hat oder nicht. Dann sind wir wieder voll auf Prosa. Die Kreativität muss sich noch bündeln. Momentan schnuppern wir. Jetzt trinken wir Wein aus bauchigen Gläsern.

Bald geht es los. Ein bisschen wie Weihnachten. Alle verdammt schick. Der Kaffeekonsum schnellt gerade rapide in die Höhe. Überall diese blauen Tassen zwischen Schneidersitzbeinen. Die grauen Sitzsäcke sind genial, mobile Gemütlichkeit. Das brauchen wir jetzt. Wird schon schief gehen. Am Schluss soll jemand durch das rote Dreieck (Viereck) springen, haben wir gesagt. Witze sind die beste Medizin gegen das Fieber unter den Lampen.