Gastbloggerin:
Sarah Fengler

Das Treffen junger Autoren ist ein Treffen der Extreme – und damit sind nicht Gegensätze wie gut und schlecht, spannend und langweilig gemeint, sondern das Aufeinanderprallen von extrem aufregend, extrem interessant, extrem hilfreich und extrem motivierend.
Ich will das mal näher erläutern.

Extrem aufregend war die Preisträgerlesung am Freitag, für einige von uns das erste Mal mit eigenem Text auf einer Bühne, und dann auch noch vor Publikum, und dann auch noch allein (der Ästhetik wegen werde ich detaillierte Angsterscheinungen, wie zum Beispiel trockene Münder und Ganzkörperzittern außerhalb dieser Klammer nicht erwähnen). Ganz zu schweigen natürlich vom bevorstehenden literarischen Finale heute Abend, also neue Texte, die die Jury teilweise noch gar nicht kennt, Bühne, Rampenlicht, Applaus.

Extrem interessant sind die fremden Blickwinkel, der stetige Austausch mit den anderen Jungautoren, und den gibt es überall: Beim Frühstück die schlaftrunkene Nachbesprechung des Vorabends, in den Workshops mit den Juroren, während dem Mittagsimbiss zwischen Kaffee und Nachtisch, und, und, und…

Und als wäre das nicht ohnehin schon Grund genug, den ganzen Tag im Berliner Festspielhaus zu verbringen, kommt auch noch der Aspekt „extrem hilfreich“ hinzu. Extrem hilfreich sind nämlich die Textgespräche mit den Juroren. Reihum treffen wir uns einzeln mit einem Jurymitglied und gehen unsere Preisträgertexte durch (und helfen hier und da noch ein bisschen nach). Dabei lernen wir vor allem, den eigenen Text objektiv zu betrachten und befreien uns von unseren Tunnelblicken auf die eigenen Erzeugnisse.

Und zu guter Letzt: Die tatsächlich ausschließlich konstruktive Kritik und der ehrliche Beifall von unseren Kolleginnen und Kollegen sind extrem motivierend.

So, alle vier Punkte abgehakt. Kann nun endlich zum Schreibtisch zurück; die fünf Tage sind ja viel zu kurz, um alle Gedanken aufs Papier zu bringen.