Für die erwachsene
Musik-Szene:
Das Forum

Im Rahmen des Treffen junge Musik-Szene 2014 fand eine eintägige Fortbildung für Pädagogen/-innen und Mulitplikatoren/-innen statt, das sogenannte Forum. Formal teilt es sich in „Songwriting“ mit Andre Schmidt und „Guter Musikunterricht ist hörbar. Nicht nur am Klang der Instrumente.“ mit Michael Fromm auf. Vom erstgenannten möchten wir euch kurz berichten.

Die Teilnehmer/-innen, fast alle Schulmusiker/-innen, sollen durch das praktische Erfahren eines Songwriting-Prozesses zusammen mit Andre Schmidt einen exemplarischen Weg gehen. Um die potentielle Überforderung der eigenen Schüler durch diese Aufgabenstellung am eigenen Leib nachvollziehen zu können, beschäftigen sich die Teilnehmer/-innen nicht mit ihrem studierten Hauptinstrument, sondern mit der Gitarre. Diese ermöglicht eine natürliche, unvoreingenommene Herangehensweise an das Songwriting.

Andre Schmidt begleitet die Gruppe Schritt für Schritt, gibt neuen Input, lässt ausprobieren und kreieren. Dafür ziehen sich die Teilnehmer/-innen in Kleingruppen immer wieder für vorgegebene Zeit zurück, kommen wieder zusammen und stellen den anderen ihre Ergebnisse vor. Dadurch ist ein Perspektivenwechsel feststellbar — die Teilnehmer, die gerade noch in Schülerperspektive agierten, reflektieren im nächsten Moment ihre Erfahrungen aus Lehrer-Sicht in den Unterrichtsalltag hinein.

Perfektionismus stellt bei diesem Kurs wie auch beim Songwriting generell und sogar in Bezug auf alle kreativen Prozesse kein Ziel dar. Stattdessen wird ein „Streben nach Exzellenz“ gefordert. Einerseits darf man sich nicht zu schnell zufrieden geben, andererseits muss man aber einen Song auch zur rechten Zeit beenden können. Sowieso kann ein großer Teil nicht berechnet, nicht aufgrund von Fähigkeiten erschafft werden. Dieser Teil, der mit Muse, Magie oder Transzendenz umschrieben werden kann, zeigt die Verbindung zwischen Religion und Musik auf, die in Worten wie In-spiration (in-spiritus – in den Geist) oder Kreativität (creare – schöpfen, erschaffen) offensichtlich wird.

„Fürs kreative Arbeiten ist Spaß an der Sache immer sehr gut“, wie der Workshopleiter erklärt. Solches Arbeiten stellt einen „flüssigen Prozess“ dar, der es ausdrücklich erlaubt, umzustrukturieren und abzuändern, wenn etwas nicht mehr gefällt. Mit konstantem Training verbessert sich das persönliche Songwriting, was man auch an großen Bands wie den Beatles feststellen kann. Das genaue Studieren deren Songs bezeichnet Andre Schmidt als Meisterkurs, der allerdings ein wenig aufwendiger ist, als sein Buch „Songwriting – 40 Wege zum eigenen Song.“ zu lesen.