Familiengeschichten –
Eindrücke, Fragen, Sachen
zum Sagen

Aaaaaaaaalso. Familiengeschichten. Am Ende eins in Fresse zu kriegen war wunderbar. Besonders bei der deutschen Familie dachte ich: So ein Scheiß. Und zack. Am Schluss: Auf´s Maul.
Während der bunten neunzig Minuten full of Spielfreude und Spaß habe ich mich gefragt: Wie haben die Darsteller (oder wer?) die einzelnen Familien konzipiert? Was haben sie gelesen? Was gehört? Wonach ausgewählt? Und überhaupt: Wie viele der Spielideen stammen von euch? Die Tomatensoße kleckert vom Teller auf den toten Vater. Saugeiles Bild. Von euch? Ich will nicht unterstellen, dass einige Ideen nicht von den Spielern sind. Ich möcht´s wissen. Und werde euch fragen.

Meine absoluten Lieblingsszenen, -ideen, -sätze sind übrigens: Die bauchtanzenden Schlägeratzen. Herrlich überraschend. Achtung: „Familie ist, wenn man trotzdem lacht. Bei Shakespeare wird so was umgebracht.“ ODER „Bücherverbrennung! Sowas macht man in Deutschland nicht. Also, nicht mehr.“ ODER „Familie ist einfach so hetero.“ Ein sehr humorvolles Stück. Gut. „klamaukig“, „Schenkelklopfer“ könnte man sagen. Aber dieser „Klaumauk“ entstand aus den zum Himmel überhöhten Klischees. Und hey – um die ging es ja. Ich würde sagen, das war, was die Hannoveraner wollten. Ok. Weiter:

Kitsch hin oder her. Das Duett mit Seifenblasen. Ich fand´s zart. Weich. Liebevoll. Wermutstropfen: Die gesprochenen Texte wirkten teilweise auswendig gelernt und künstlich. Sowohl die überaus persönlichen Mikrotexte als auch die „Bühnentexte“. Warum haben die Darsteller die obere Gerüstebene nicht bespielt? Oder konsequent eine Haltung bewahrt oder mimisch kommentiert oder sonst was gemacht statt privat zu werden? Warum ist die Textfassung nicht knapper? Noch ein My zackiger? Warum war das Spiel innerhalb der einzelnen Szenen manchmal ein wenig langsam, einige Spieler vielleicht fest oder unsicher?

Fazit aber bleibt: Ein lebendiger Theaterabend. Und ob man die Art Theater mag oder nicht, darüber kann man sich ja auch noch streiten.