Ein Abend und Morgen mit
Akua Naru

Um 20.30 Uhr laden Akua Naru und Shanti Suki Osman zu einem gemeinsamen Gespräch in die Kassenhalle ein. Akua beginnt den Abend mit der Vorführung ihres neuesten Musikvideos My Mother’s Daughter. Das anschließende Gespräch dreht sich um ihre Erfahrungen als Hip-Hop-Künstlerin und Aktivistin. Sie erzählt von ihrer religiösen Erziehung, von ihrem frühen Kontakt mit Gospel, Jazz und Blues, von Wurzelsuche und dem Privileg, einen deutschen oder US-amerikanischen Pass zu besitzen. Im Dialog mit dem Publikum erörtert Akua Themen wie Frauen in der Musikindustrie oder People of Color in der Musikindustrie. Fragen aus dem Publikum beantwortet sie dabei „nur“ bis hin zu einem gewissen Punkt: Die letztendliche Antwort auf eine Frage müsse jede*r für sich selbst finden.

Gesprächsdynamiken werden von Akua an diesem Abend mehrmals thematisiert, z.B. wenn sie darauf aufmerksam macht, dass Publikumsfragen vermehrt von Männern gestellt werden, oder wenn sie sich für den Abend zurückzieht, nachdem sie bemerkt, dass die Zuhörer*innen einen eigenen Gesprächsfluss entwickelt haben: Sie werde nicht mehr gebraucht, müsse auch auf sich selbst Acht geben.



Am nächsten Morgen trifft sich Akua Naru mit den Teilnehmer*innen der „Nahaufnahme“ für ein Gespräch in kleiner Runde. Zwei Stunden lang beantwortet sie Fragen, erzählt über ihre Kindheit und ihren Weg in die Musik und Poesie, der schon in sehr jungen Jahren begann. Sehr offen erklärt sie ihre sehr eigene Art, Songs zu schreiben, und weshalb und wie sie das Musikvideo ihres neuen Songs My Mother’s Daughter gedreht hat, noch bevor der Song in seiner jetzigen Form existierte. Von den Teilnehmer*innen der Nahaufnahme möchte sie wissen, ob sie sich darüber bewusst seien, was es für ein Individuum heiße, seine innere Welt als „öffentliche Person“ zu teilen .

Um die Möglichkeiten von Metaebenen in Poesie zu erläutern, zitiert Akua Naru zum Abschluss des Gespräches das Gedicht I Wrote A Good Omelet von Nikki Giovanni.


I Wrote A Good Omelet

I wrote a good omelet… and ate
a hot poem… after loving you

Buttoned my car… and drove my
coat home… in the rain…
after loving you
I goed on red… and stopped on
green… floating somewhere in between…
being here and being there…
after loving you
I rolled my bed… turned down
my hair… slightly
confused but… I don’t care…
Laid out my teeth… and gargled my
gown… then I stood
…and laid me down…
To sleep…
after loving you

– Nikki Giovanni