Don’t cry for me, baby:
„Don’t cry for me,
Karate-Kid!“

Die KarateMilchTiger aus Chemnitz
Dieses Stück hat es wieder mit den Gegensätzen!

Heute Abend können wir ein „eher minimales Bühnenbild“, dafür aber „maximale Effekte“ erwarten. Irgendwas passiert heute Abend jedenfalls mit einem Klavier, einer Laterne und ein paar Mülltonnen: KarateMilchTiger (TheaterJugendClub Chemnitz) zeigen die Produktion „Don’t cry for me, baby!“, eine Adaption des Shakes-peare-Klassikers „Romeo und Julia“. Der Stoff wurde in neue und alte Sprache, auf Englisch und Deutsch zusammengeschnitten.

Am Nachmittag kommt das Kribbeln auf, „fühlt sich an wie eine zweite Premiere“: Neue Bühne, neues Glück! Dabei haben die 14 DarstellerInnen das Stück in ihrer Heimatstadt bereits zwölf Mal aufgeführt und sie sind „Veteranen“, letztes Jahr waren sie schon einmal beim TTJ dabei.

Sie sagen: Im Kern geht es um Liebe, Jugend, Gewalt und den Konflikt zwischen zwei Banden.

Ich lerne, dass die Lektionen aus dem Karate ABC Folgendes für diesen Abend vorsehen:

1. Zum Kunstblut: „Wenn’s klappt, suppt es rum!“
2. Zu Liebespärchen: „Banden gibt’s in jeder Stadt, bildet Pärchen, macht sie platt!“
3. Zu Interpretationsquatsch: „Wir wollen keine gesellschaftskritischen Diskurse befördern, obwohl das Stück natürlich auch politisch ist. Es braucht nicht immer Aussagen: Manchmal soll man das Schauspiel auch einfach genießen können!“
4. Zur körperlichen Ertüchtigung: „Wir haben fechten gelernt! Aber heute Abend werden wir uns nur prügeln!“
5. Zentraler Satz des Stückes: „All I want to say is that they don’t really care about us!“
6. Zum Schluss: „Der Tod auf der Bühne ist irgendwie sexy!“

Foto: Dave Großmann