Das Magische Theater

Werte Liebhaber*innen von Freestyle and Commercial Fusion, Voguing, Waacking und allen weiteren Dance-Styles, da sind wir wieder.

Wir. Das festive Trio. Das Trio gloriae. Das Trio aus der Mode gekommener Hair-Styles. Das Trio, welches gern durch Hasenröhren schaut und Steppenwölfe streichelt. Das Trio, welches Kuppeln liebt. Und Iglus. Und Iglu-Dom-Zelte. Das Trio: Erika Bundesallee, Alice von Parkdeck und Jean-Jacques Schaper-Straße – da sind wir wieder. Wir wollen erneut beginnen. Mit erfreulichen Erkenntnissen: Magic moments are not lost.

Ja, ihr habt richtig gehört. Die sonderbare Spezies besagter magic moments (zu Deutsch: magische Momente, oder auch M+Ms) ist ein Kapitel für sich. Meist offenbart sie sich nicht etwa in einer wohlgedeihenden Flora und Fauna, sondern eher in nicht gerade wohlgedeihenden ungeahnten Ecken. Auch sucht sie, die Spezies „Magische Momente“, nicht stets die, ihr gebührende, Aufmerksamkeit – sie ist ja schließlich keine Diva –, sondern verhält sich, sagen wir mal, lässig-subtil. Und kurzweilig ist sie. Extrem kurzweilig. Wird man ihr teilhaftig für einige, wenige Millisekunden – oh, welch Glück hat eine*n dann ereilt! Magic moments sind also rar. Rar, aber nicht lost.

Beim 5. Tanztreffen der Jugend kann es zur Epiphanie des ein, oder anderen magischen Momentes kommen: Sei es in Form eines Spagatsprunges, der euch, ganz à la mode, den freien Wesenszug eines Vogels annehmen lässt (Daedalus wäre echt neidisch und Ikarus erst …), oder sei es in Form eines blitzartigen Augenkontaktes mit einem*einer Tänzer*in beim Schlussapplaus (man, man, man, das klingt nach new material für William Shakespeare) – ihr dürft gespannt sein, wann euch ein magischer Moment erfassen, euren Körper durchdringen wird, um ihn unter nervenkitzelnde Spannung zu setzen, die sich alsdann in ein warmes Gefühl wohltuender Freude auflösen wird.

Da ich mich aber heute, in meiner gewohnt festiven Art, generös erweisen möchte, verrate ich euch gern, sehr gern sogar, dass es beim 5. Tanztreffen der Jugend auch einen Ort gibt, an welchem die Gestalt der magic moments sich ballt und ihr Dasein preis gibt, ohne dass man unter Starkspannung mit irritiert rollenden Augen fortwährend Ausschau nach ihr halten muss. Dieser Ort liegt – entgegen aller Erwartungen – nicht in nicht ganz so wohlgedeihenden Ecken, ganz und gar nicht, sondern in der wohlgedeihenden Flora und Fauna der Berliner Festspiele: im Festspielgarten. Da steht in voller Pracht ein niemals kalt werdendes Iglu-Dom-Zelt und ein atmender, lachender, sich dem Wind anpassender silberner Kubus aus dem, in herrlich jugendlicher Leichtigkeit, eine Hasenröhre emporragt. Durch sie gelangt ihr zum Ballungszentrum der magic moments, zur wahrscheinlich intensivsten Begegnung eures Lebens – zwischen verträumt huschenden Kaninchen und rhythmisch prallenden Kastanien. Im magischen Theater!

Eure Alice von Parkdeck