Clash: Die von hier

Das Konzept war da, bevor es formuliert wurde: den Clash gab es von Anfang an. Beim Vorsprechen des neuen Projektes für das junge DT stießen 150 Bewerber zusammen, und es waren letztendlich 16, die blieben. „Sie haben uns mit Absicht wild gemischt“, heißt es, Jugendliche zwischen 16 und 25, gemischte Religionen und Ethnien, gemischte Gemüter und Erfahrungen.

Es war Herbst, und noch kannte sich keiner der Ausgewählten. Und noch sollte es um Religionen gehen, unter dem Projekttitel: „Du sollst – die zehn Gebote“.

Das Konzept „Clash“ entstand aus dem Clash heraus: aus den Gesprächen und Diskussionen über Religion und Herkunft, aber vor allem: in An-, Ab- und Umlehnung an verkleidete Klischees und klischeehafte Verkleidungen.
Ohne Clash ist ein Zusammenwachsen nicht möglich, keine Annäherung erfolgt ohne die Freisetzung von Energie. Das Stück des heutigen Abends entstand aus dem Clash heraus, jedes Wort, jede Szene ist aus dem Spiel, dem Austausch und der Improvisation geboren.

Auch die Nachricht, zum Theatertreffen eingeladen worden zu sein, fiel wie ein Clash über die jungen Schauspieler. Die Auswahl des jungen DT zum Festival wird sich vielleicht als die überraschendste herausstellen, denn: „Wir wussten gar nicht, dass wir teilgenommen hatten.“

Und trotz der Überraschung: am Büfett der Festspiele, Schulter an Schulter und scherzend am Biertisch, erzählen die Schauspieler, Angst hättben sie nicht vor dem heutigen Abend, die Truppe sei eng zusammen gewachsen und freue sich auf das Stück.

Worauf können wir uns freuen? Auf „provokanten Inhalt“ und auf ein „sehr ironisches Stück“, eine Ironie, die „geknackt“ werden müsse – und was anderes als ein Clash könnte eine Ironie offenbaren? Ein weiteres Easter Egg, dass es für diesen Abend zu knacken gibt: drei Profis stecken in der sechzehnköpfigen Schauspielertruppe – wer erkennt sie?

Ob ewige Zerwürfnis oder gelungene Integration – wir sind gespannt.

Foto: Dave Großmann