ABC der Choreographie:
L wie Laban

Rudolf von Laban (1879-1958) ist eine wichtige Figur des Modernen Tanzes. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte er bewegungstheoretische Überlegungen, die eine Grundlage für die Analyse und Dokumentation von Bewegungen boten. Dabei führte Laban nicht nur begriffliche Kategorien ein, die ein Vokabular zur Erfassung boten. Auch führte Laban 1928 in der Zeitschrift Schrifttanz ein Notationssystem ein, das er „Kinetographie“ nannte und das heute als „Labanotation“ genannt wird und das am meisten verbreitete Notationssystem ist.

Ein Sprung mit beiden Füßen in Labanotation. Grafik: Tong Mao.

Ein Sprung mit beiden Füßen in Labanotation.

Labans bewegungstheoretische Überlegungen wurden von seinen Schülerinnen und Schülern, von denen Irmgard Bartenieff die Bekannteste ist, vor allem im englischsprachigen Raum weiterentwickelt. Als Laban-Bewegungsstudie (Laban Movement Analysis) prägt sie immer noch die Rede über Bewegungen. So fielen auch in der Physical Introduction, bei der am zweiten Festivaltag das Stück „Höhenangst“ im Voraus körperlich erschlossen werden konnte, immer wieder Begriffe, die letztendlich auf Laban zurückgehen. Da ging es darum, verschiedene „levels“ miteinzubeziehen und „space“ zu nutzen.

Dem völligen Tanzlaien sind die Konzepte, auf die die Physical Introduction zurückggriff, vielleicht etwas merkwürdig vorgekommen. Wer aber schon ein bisschen getanzt hat, dem fällt gar nicht auf, dass „space“ und „effort“ eigentlich Fachjargon darstellen. Da aber beim Tanztreffen natürlich alle mehr als nur ein bisschen getanzt haben, ist es kein Wunder, dass bei der Physical Introduction niemand durch die ganzen Begriffe verwirrt wurde.

Und für alle Tanzlaien, die es nicht gewohnt sind, Bewegung über Kategorien wie „weight“ und „flow“ zu erfassen und die sich nicht vorstellen können, was bei so einer Physical Introduction überhaupt passiert, gibt es hier eine filmische Einführung:

Fotos: Dave Großmann
Grafik Labanotation: Tong Mao