Bands for Breakfast III –
Rockfisch und The Fläsh
im Interview

Heute ist Sonntag. Da frühstücken wir bei Bands for Breakfast erst etwas später. Heute gibt’s die letzten zwei Bands im Interview. Guten Hunger.

Rockfish

        
Ihr seid die Jüngsten beim Treffem. Wie geht es euch damit?
Die anderen behandeln uns ganz normal. Die Jury auch. Den Altersunterschied merkt man nicht so sehr. Außer vielleicht daran, dass wir ein bisschen durchgeknallter sind und mehr Hummeln im Hintern haben.

Ihr habt dieses Jahr auf dem Southside Festival gespielt.
Wir haben bei der Schwäbischen Zeitung bei einem Musikwettbewerb in die engere Auswahl gekommen. Danach gab es einen Entscheid, in dem wir den ersten Platz bekommen haben. Der Preis war der Gig beim Southside.

Wie lange habt ihr gespielt?
Eine halbe Stunde. Das machen wir meistens. Kurz und knackig und kurz in die Fresse und dann gehen wir wieder.

Ward ihr gar nicht nervös?
Florian: Jetzt, wo es rum ist, kann ich ja alles erzählen: Ich war vor dem Auftritt auf dem Dixi-Klo und hab mir komplett über die Hose gepinkelt. Ich hatte Angst, dass man das sieht, aber niemand hat es gemerkt.
Unser Auftritt hat schon polarisiert. Als die Southside-Veranstalter uns auf ihrer Seite gepostet haben, gab es Kommentare wie „Ich will mein Geld zurück.“ Das war aber unser Ansporn, den Leuten, denen es im Internet nicht gefallen hat, zu zeigen, dass wir gar nicht so schlecht sind.

Ihr habt 2009 angefangen Musik zu machen. Habt ihr da eure Songs schon selbst geschrieben?
Wir haben im ersten halben Jahr nur Coversongs gespielt. Das wurde schnell langweilig. Vor allem, weil wir die Songs nicht konnten. Wir haben uns gedacht: warum sollen wir den Leuten die Songs versauen, wenn wir sie nicht spielen können? Dann haben wir angefangen eigene Songs zu schreiben. Anfangs haben wir nur englische Songs gespielt.

Mit 10 Jahren?
Das waren so Ooh-Ooh-Aah-Aah-Texte. Wir dachten damals, wir werden international. Mit der letzten EP sind wir aber komplett auf Deutsch umgestiegen. Deswegen spielen wir in unserem aktuellen Set keine englischen  Lieder mehr.

Was sind eure Themen?
Wir versuchen, keine Teenie-Band zu sein. Wir möchten, dass andere sagen: „Boah, ist das fett, und die sind auch noch jung.“ Und nicht: „Die sind ja jung, und das ist auch noch ganz okay.“ Wir wollen mit unseren Texten nicht in die Richtung gehen: „Oh, meine Zahnspange tut weh.“

 

The Fläsh

  Foto: The FläshWarum wolltet ihr farbige Hosen haben?
Wir wollten ein Bandoutfit haben. Und wir dachten uns, bunte Hosen sind gerade modern. Es ist ein einheitlicheres Bühnenoutfit.

Warum braucht man ein Bandoutfit?
Das bleibt im Gedächtnis und kommt besser rüber. Man wirkt auf der Bühne wie eine Einheit.

Ihr habt vorher in einem Big-Band zusammen gespielt. Die Instrumente, die ihr jetzt spielt, sind keine wirklichen Big-Band-Instrumente.
Lars: Ich spiele noch Posaune.
Lukas: Ich habe mal Tenorhorn und später Trompete gespielt.
Uli: Ich spiele auch Saxophon.

Warum habt ihr euch dagegen entschieden, diese Instrumente in eure Musik einzubinden?
Das liegt daran, dass wir zwischen den Sets Instrumente hätten tauschen müssen.  Wenn eine Person aber ein Blasinstrument spielt, stellt sich die Frage, wer das andere Instrument ersetzt.

Ihr habt mit Oldie-Rock-Cover angefangen.
Etwa ein Drittel vom Set war Deep Purple, der Rest waren Klassiker wie „I love Rock’n’Roll“ oder „Born to be wild“.

So klingt ihr ja jetzt nicht mehr. Wann kam der Bruch und warum?
Für unseren ersten Bandwettbewerb im Frühjahr 2013 mussten wir noch einen eigenen Song schreiben, damit wir die Auftrittszeit von 20 Minuten füllen konnten. Der war noch auf Englisch. Erst im Sommer haben wir uns entschieden, auf Deutsch weiter zu machen.

Ihr ward in dem Sommer in den USA und habt Konzerte gespielt.
Wir haben dort unseren eigenen Songs gespielt und haben im Gespräch mit Muttersprachlern festgestellt, wie schlecht unser Englisch im Vergleich war. Um wirklich etwas aussagen zu können, haben wir uns entschlossen, auf deutsche Texte umzusteigen.

Foto Rockfish: Rockfish
Foto The Fläsh: The Fläsh