Bands for Breakfast I –
Platin Projekt und
Shaky Fundation im Interview

Platin Projekt

 

Ihr habt vor Kurzem eurer erstes Musikvideo gedreht. Welche Schwierigkeiten gab es dabei?
Wir haben ein Playbackvideo gedreht, bei der Audioaufnahme aber vergessen, einzuzählen. Bei den Aufnahmen war aber nur zusätzlich unser Kameramann dabei. Da gab es also niemanden mehr, der für uns auf PLAY drücken konnte.
Dann sagt man „Los geht’s“, rennt von der Musikanlage zum Instrument und weiß  nicht, wann der Einsatz kommt.
Insgesamt hatten wir zu Beginn eigentlich nur einen sehr groben Plan.  Wir haben zwar vorher schon andere Musikvideos angeschaut und uns ein bisschen Inspiration eingeholt, auch von größeren Bands. Man stellt sich den Dreh aber leichter vor, als er ist.
In der Alten Ziegelei, in der wir gedreht haben, gab es früher mehrere Wohnungen. Deshalb gab es dort viele tolle  Räume. Wir haben uns spontan immer irgendwie umentschieden. Letzten Endes haben wir eigentlich relativ spontan das gemacht, womit wir uns wohlgefühlt haben.

Wie lange habt ihr insgesamt gedreht?
Einen Tag. Von morgens bis abends. Am Ende hatten wir trotzdem zu wenige Aufnahmen. Es gab zwar viel Material, wir hätten aber gerne etwas mehr Vielfalt gehabt.
Das war unser erstes Musikvideo. Nächstes Mal sollte es schneller gehen.
Als wir mit dem Dreh begonnen haben, hat es erst einmal eine Zeit gedauert, bis wir richtig drin waren. Alle Aufnahmen bis dahin waren schlecht und wir mussten alles nochmal von vorne machen.

Warum macht ihr Musikvideos? Einfach weil es dazu gehört? Oder für die Öffentlichkeit?
Wir kommen aus insgesamt drei Bands und haben uns neu zusammengetan. Mit den vorigen Bands haben wir keine Videos gedreht. Deshalb wollten wir das einfach mal ausprobieren. Bei vielen Wettbewerben wird auch ein Musikvideo für die Bewerbung vorausgesetzt.
Das Video ist nicht so perfekt, dass die Leute es teilen würden, aber es ist interessanter, sich auf Youtube einen Song anzuhören, wenn auf dem Bildschirm wirklich etwas passiert. Wir versuchen eher, über facebook Kontakt mit den Fans zu halten. Wir haben jetzt auch instagram, um uns an die Öffentlichkeit zu bringen.

Bei eurem Gesang musste ich ein bisschen an Casper denken.
Das ist keine Absicht. Wir haben, als Jack seinen Teil eingesungen hat, irgendwann gemerkt, dass es ein bisschen daran erinnert. Aber man kann nichts daran ändern. Das ist sein Gesangsstil und der gefällt uns ganz gut.

1. Reihe Fabian und Jack (v.l.n.r.) 2. Reihe: Julian W., Maren, Julian H. (v.l.n.r.) Foto: Antonino Polizzi Wie ist das für Maren? Die Band gab es ja schon vorher, und sie ist später dazu gekommen.
Maren: Ich kenne alle schon von anderen Projekten.  Ich habe vorher mit Jack und Julian H. in einer anderen Band gespielt. Deshalb war es nicht so schwer, mich einzubringen.

Jack: Unser neues Album kommt im Februar raus und da singt nur Maren.

Maren: Eigentlich will ich das gar nicht, weil ich finde, dass Jack sehr gut singen kann, aber er will das gar nicht.

Welche Workshops wollt ihr beim Treffen junge Musik-Szene belegen?
Julian: Für Maren ist Songwriting noch ein Problem. Jack schreibt ja schon seit Jahren Songtexte. Maren ist glaube ich auch zu faul.

Jack: Das ist auch viel Arbeit.

Jack und Fabian. Ihr seid jetzt mit dem Abitur vorbei und das Studium steht an.
Fabian: Aber ich möchte schon in der Region studieren. Ich könnte mir nicht vorstellen, in eine Stadt wie Berlin zu ziehen.

Jack: Also ich will gar nicht weg. Wegen der Band.

Fabian: Wir haben bis jetzt auch schon sehr viel Arbeit in die Band gesteckt. Und sind uns dabei auch gegenseitig ans Herz gewachsen.

 

Shaky Foundation

Maximilian, Sebastian und Jannis (v.l.n.r.) Foto: Shaky Foundation Wie seid ihr auf das Treffen junge Musik-Szene aufmerksam geworden? Warum habt ihr euch beworben?
Wir durchforsten immer das Internet nach allen möglichen Wettbewerben und ein bisschen alternativeren Sachen für junge Bands.

Ist es euch wichtig, an Wettbewerben teilzunehmen?
Wir mögen die klassischen Bandcontests nicht, bei denen 6 Bands an einem Abend gegeneinander antreten. Da haben wir schon sehr viele schlechte Erfahrungen gemacht.
Bei vielen Bandcontests hatten Publikum oder Jury schon Vorlieben für bestimmte Musikrichtungen. Daher wurde nicht mehr so fair bewertet. Und bei uns in der Region ist es dann eher die härtere Punkszene, die gewinnt.
Das Konzept Bandcontest ist heutzutage auch irgendwie überholt. Es gibt so viele Musikrichtungen. Man kann nicht einfach alles über einen Kamm scheren und an einem Abend in zwei Stunden vergleichen.

War euer Musikstil bei von Anfang an festgesetzt?
Jein. Es gibt ein paar musikalische Vorbilder, die sich über die Zeit nicht verändert haben. Man verändert sich selbst natürlich mit jedem Jahr und jedem Monat. Teilweise, weil man es selbst beeinflussen will, teilweise auch unbewusst.

In eurer Selbstdarstellung schreibt ihr, ihr begeistert live von München bis Berlin.
Im Moment booken wir für uns selbst viele Clubkonzerte und Festivals.

Wie macht man das?
Viele Mails schreiben, Kontakte knüpfen. In eine Stadt kommen, ein kleines Konzert spielen, vielleicht ein paar Leute kennenlernen. Und die sagen dir dann „Hey, willst du nächstes Jahr wieder kommen?“ oder „Spielt doch mal da und da, da kenn ich jemanden.“ Man versucht immer, ein Stück größer zu werden.
Aber wir sind nebenbei auch auf der Suche nach einem professionellen Booker. Weil die Leute, die das professionell machen, diese Kontakte schon haben. Und es ist zwar immer noch voll wichtig, die nebenbei so zu suchen. Weil man in der Musik meiner Meinung nach fast gar nichts ohne Vitamin B machen kann. Deswegen schreibt Sebstian am Tag ca. 20, 30 E-Mails an verschiedene Konzertveranstalter.

Ihr habt eine LP und eine EP durch Crowdfunding finanziert.
Auf der Crowdfunding-Seite, auf der wir das machen (Startnext.com), sieht man als erstes ein großes Video. Ein Freund von uns, Lukas Kunzmann, ist ein guter, junger Filmemacher.  Mit ihm haben wir zwei super coole Videos gedreht. Die sind Eyecatcher, damit so eine Kampagne auch anlockt.
Man muss auch Leute aber schon dazu animieren zu spenden. Anschreiben, anrufen. Ohne Crowdfunding könnten wir die Projekte so nicht stämmen.
Bei uns bekommt man für eine Spende immer auch ein Dankeschön. Was da am besten funktioniert ist, die CD schon im Vorfeld zu verkaufen, wenn sie noch gar nicht produziert ist. Sollte das Projekt nicht zustande bekommen, bekämen die Leute ihr Geld zurück, und wir nehmen uns das Risiko, dass wir am Ende nur mit Verlust rausgehen, da die CDs ja schon im Vorfeld verkauft sind.

Das neuste Musikvideo ist ja kein sehr klassisches Musikvideo.

Das haben wir auch mit Lukas Hilfe produziert. Wir haben uns alte Dias zusammen gesucht und mit viel Nebel abgefilmt. Er hat das dann abgefilmt. Wir finden alles, was von der Norm weggeht eigentlich gut, deswegen war es schon wichtig, dass es kein klassisches Musikvideo wird.
Viele der Bilder sind auch außergewöhnlich und schön anzuschauen. Das soll einem helfen, im Kopf noch mehr zu der Musik zu finden.

Morgen gibt es bei ‚Bands for Breakfast‘  Maha Tribe und The Ow’s im Interview!
Viel Spaß bei eurem Toast.

Foto Platin Projekt: Antonino Polizzi
Foto Shaky Foundation: Privat