KATZELMACHER:
ZAHNRÄDER DER GESELLSCHAFTS-
MASCHINE

von Anna Theresia Bohn “Ein Mensch braucht halt eine Zeit, bis er’s versteht”, heißt es, wenn in “Katzelmacher” der griechische Arbeitsmigrant Jorgos auf eine verschworene Gruppe Provinzler trifft. Schnell wird klar: Eher wird der Grieche verstehen, dass er hier nicht erwünscht ist, als dass die anderen verstehen, weswegen er hier ist. Die Umstände, egal wie…

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ALICE:
SPIEGLEIN SPIEGLEN
AN DER WAND

von Anna Theresia Bohn “Was, wenn du in dem Haus hinter dem Spiegel wohnen würdest?”, fragt eine Spielerin zu Beginn des Stückes. Das Junge DT spielt “Alice” nach Lewis Carroll. Das Ensemble stellt sich am vorderen Bühnenrand in einer Reihe auf. Es bildet die vierte Wand, die eine Grenze zwischen Theaterbühne und Publikum bezeichnet. Die…

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LATE IN THE NIGHT:
LAME IN THE NIGHT

von Anna Theresia Bohn Während es draußen dämmert, inszeniert das EMAtheater aus Remscheid ihre Produktion “Late in the night…”. Es geht um die Nacht und um den Schlaf. Mit Blick auf die Text-Vorlagen werden produktive Konstellationen versprochen: Neben Autoren wie Jelinek und Murakami überwiegen Grimm’sche Märchen-Motive und Ausschnitte aus E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen “Der Sandmann”. Von…

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ANNE:
VERMESSUNG
DER EIGENEN WELT

von Anna Theresia Bohn Einen Schritt vor den anderen setzen. Pause. Eine Faust über die andere legen. Pause. Den Kopf auf die Arme stützen. Pause. Einer spricht, “gestern Abend hatten wir einen Kurzschluss”. Was hat es damit auf sich? Das Junge Schauspiel Frankfurt inszeniert in ihrem Stück “Anne” Auszüge aus dem Tagebuch der Anne Frank.…

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DAS GENDER_DING:
EIN BISSCHEN BELEIDIGEN

von Anna Theresia Bohn “Ich möchte Euch ein bisschen beleidigen”, kündigt Hamed Ahmadi mit ironischem Schmunzeln an und streckt charmant dem Publikum beide Mittelfinger entgegen. In dieser Geste findet seine von ehrlicher Frustration und bissigem Humor geprägte persönliche Erfahrungswelt endlich einen Ausdruck. Es ist ein starker Moment für einen Eröffnungsabend – “das gender_ding”, aufgeführt vom…

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Hamlet:
Ophelia geht nicht unter

RAMPIG inszeniert in HAMLET ein bedeutungslastiges, chiffriertes Gesamtkunstwerk, das interpretiert werden will, sich einer eindeutigen Auflösung aber immer wieder entzieht. Von Beginn an liegt dies an der visuell überkomplexen Raumgestaltung: Das Publikum sitzt in den vier Ecken und blickt auf die in Unterwäsche bekleideten Spielenden, deren Haare teils an von der Decke hängenden Fäden gebunden…

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Urban Sounds Clash Classic:
ttj in the house

Im Stile einer Late-Night-Band mit DJ-Pulten, PC-Controllern und einer angedeuteten Bar präsentieren sich die Spielenden der akademie der autodidakten. Über ihre relativ starr choreographische Aufstellung sind vier Leinwände aufgebaut, auf denen Videosquenzen gezeigt werden. Berliner Impressionen. Es geht um das jugendliche Leben in der Stadt. Die Spielenden zeigen in verschiedenen Szenen ihren Alltag – Aufstehen,…

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Hamlet

Die Nachtkritik wird noch in derselben Nacht geschrieben, in der das Stück gezeigt wird. Die Raumgestaltung ist visuell komplex: Das Publikum sitzt in den vier Ecken und blickt auf die in pinker oder roter Unterwäsche bekleideten Spielenden, deren Haare teils an von der Decke hängenden Fäden gebunden sind – wie Puppen, wie anschleichender Wahnsinn. Der…

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Romeo und Julia:
Romeo Who?

Mit Humor inszeniert der Parkaue-Club 4 die ganz normalen Krisen, die während der Proben eines Jugendtheaters anfallen. Es ist der Moment des unerwarteten Einblicks in etwas, das für das Publikum üblicherweise verschlossen bleibt; nämlich die Genese eines Theaterstücks und alles was damit zu tun hat. Zu Beginn teilt sich die Gruppe nach Geschlecht in Romeos…

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99 Prozent:
The Voice. Of Germany?

Das junge Ensemble aus Solingen beherrscht famos das Handwerk des Theaters und schafft es, visuell ansprechende Momente zu kreieren. Trotzdem darf das große Lob nicht das einzige bleiben, was zu “99 Prozent” gesagt werden muss. Insbesondere das Paradox der Stimme ist ein zentraler Aspekt des Stücks. Hinter der aus Pappkartons gebauten Mauer schwillt ein immer…

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