AUFTAKT – PARCOURS

Vereinzelt strömen die jungen Tänzer*innen auf den Hof vor das Haus der Berliner Festspiele. Stimmung ist da, aber die Körper stehen noch ein wenig unentschlossen, unzusammenhängend beieinander. „Ihr dürft euch auch bewegen“, Gelächter bricht aus, der Umgangston ist locker, familiär, Du- Ebene, Wir- Gefühl. Wachklatschen zum Takt, auf die Himmelsrichtungen improvisieren, Slowmotionwellen gehen durch die Reihen und verwandeln sie in eine Gruppe, eine gelöste Menge.

Über das Gelände verteilt warten schon Mini-Workshops auf ihre freudigen und kontaktunscheuen Teilnehmer*innen. Immer wieder hört man die Workshopleiter vom „sich gegenseitig stützen, sich gegenseitig helfen“ sprechen. Und genau das findet im Parkour seine unmittelbare, praktische Realität.  Der Annäherungsprozess ist wenige Minuten nach seiner Einleitung schon im vollen Gange, turbulent und ungekünstelt.

Schnell zeigt sich: Auch wenn Tanz ohne Worte auskommt, eins wird das Tanztreffen der Jugend ganz sicher nicht- leise. Vom Angriffsgebrüll bis Freudenschrei, überall sucht sich überquellende Energie ihren Raum.

Video: Miriam Pontius