Auf den Punkt gekommen

Freitag, zehn vor fünf. Im oberen Foyer des Festspielhauses umreißt Marco Trochelmann, welche Idee von Improvisation er in seinem Workshop „Auf den Punkt spielen“ vermitteln möchte: Kommunikativ und offen für Veränderung soll sie sein. Hörgewohnheiten darf sie hinter sich lassen, nicht aber das Interesse des Publikums.

Am wichtigsten ist der Puls: ein Grundrhythmus, der die Musiker beim Improvisieren miteinander verbindet. In einer Klatschübung verzahnen sich so die rund zwanzig individuellen Klatsch-Patterns der Teilnehmer*innen zu einem einzigen, komplexen Gitter. Ein einfacher Trick. Der Puls als Rhythmus-Grundlage. Es klingt grandios, zugleich gebunden und frei.

Einige Minuten später: Vier Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Bands stehen auf der Bühne. Welcher Puls liegt in diesem Moment in der Luft? Die Musiker*innen spüren der Stimmung im Raum nach, finden ein gemeinsames Tempo, ganz ohne Instrument. Der Drummer zählt ein, es geht los.

Noch einige Runden Rotation. Marco lässt Tempi variieren, Instrumente ein- und aussetzen, zeigt Möglichkeiten von Wiederholung, Variation und Kontrast. Dann macht er Schluss, gerade, als es am schönsten ist. Auf den Punkt halt.


Video: Nils Brunschede