Anne Frank und ich –
Keine Rezension

Nach dem Stück sitzt einer auf der Bierbank und fragt mich, wie ich es fand. Ich gucke unentschlossen. Er sagt: „Muss dir doch gefallen! Das war doch ein richtiges Mädchenstück!“ Ich ärger mich. Das war es ja gerade nicht!
Da waren drei junge Mädchen auf der Bühne, und ich hätte so gerne noch mehr von diesen drei jungen Mädchen gesehen.

Fangen wir doch mal bei der Musik an. Dieses unerträglich immer gleiche Geklimper, wenn eine Spielerin an eins der Mikros gegangen ist, um einen Text aus Anne Franks Tagebuch zu sprechen, oder diese harte Tanztheater-Musik in den Bewegungsszenen: War das ihre eigene Musik? War das die Musik von 16-jährigen Mädchen? Hat diese Musik ihr Jungsein ausgedrückt?

Und überhaupt die Tanzszenen: Auch wenn einige Bewegungsszenen sehr stark waren, haben sie insgesamt nicht zu der Körperlichkeit der Mädchen gepasst und wirkten merkwürdig aufgesetzt und ungeschickt.
Man hatte das Gefühl, dass hier etwas passend gemacht werden sollte. Wozu auch immer passend, jedenfalls nicht zu drei Teenie-Mädchen und Anne Frank.

Die Texte und das Spielen haben gezeigt: Die Spielerinnen haben in „Anne Frank und ich“ etwas über sich selbst erzählt, über das Pubertieren, über das Teenie-Sein. Und das war schön. Die Musik, die Mikros und die Choreographien haben allerdings auch gezeigt: Sie haben es nicht mit ihren Mitteln erzählt. Und das war schade. Ich hätte so gern noch mehr von diesen drei jungen Mädchen gesehen.

Der Junge auf der Bierbank findet das auch. Na ja. Trinken wir eben noch eine Fassbrause.