Amoklauf, mein Kinderspiel –
Seltsame Menschen,
diese Kinder

Das große Klischee Amoklauf auf der Bühne. Ich habe Angst, vor dem Stück, sitze und denke: Was werden sie daraus machen?
Als Klischee kann ich es im Nachhinein nicht bezeichnen, als Amok sehr wohl.

Ein Amoklauf im Theater gegen das Publikum gegen die Erwartungen eines Einzelnen und hoffentlich gegen das Lachen der Leute die es nicht verstanden haben.

Diese Leute die Lachen an so einem wichtigem Punkt („Man darf sich nicht beklagen man lebt man lebt“) diese Leute sollten rausgehen und ihren Kopf abnehmen, etwas herumwerfen, wieder anmontieren und vielleicht würden sie dann merken wie genial diese Szene war und würde um Vergebung bitten, dass sie gelacht haben.
Doch danach kam auch für mich der Zeitpunkt an dem ich dachte jetzt driften sie wieder in dieses Klischee.
Pseudoschocken war angesagt, indem sie mit drei Fingern, als Waffe dienend, aufs Publikum zugelaufen wird und so getan als würde man auf sie schießen, wow ich bin echt geschockt.

Dann fingen sie an „Krieg“ zu spielen. Eine wunderschöne Szene, mit tolle Licht-, Nebel- und Soundeffekten.
Doch wozu? Bei so einem aktuellen und unfassbaren Thema wie Amok und sie rennen auf der Bühne herum und im Publikum und machen Krieg. Da habe ich mich gefragt ist das noch Theater oder „Der Soldat James Ryan“ auf einer Theaterbühne und ohne Spielberg.

Dennoch war ich sehr beeindruckt und konnte die Augen kaum abwenden. Das Stück hat mich berührt und wenn ein Stück jemanden berührt hat sich die Arbeit für die Gruppe gelohnt, dann überwogt auch das positive über dem negativen.

Allerdings hoffe ich innerlich, dass das Thema Amok in den nächsten Jahren nicht mehr so viel Aufmerksamkeit bekommt, da es nach Winnenden hoffentlich keinen mehr geben wird.