Am Feuer

Es ist heimlich geworden, es dämmert. an den Hähnen der Fassbrause sammeln sich Schauspieler, Ehemalige, Juroren, Workshopleiter, FZ-ler, Gäste, Freunde, Partner und Geschwister, Assoziierte, Flüchtlinge und Untergetauchte, verbunden durch Um-, Ent- und Begeisterung über das Stück des Abends („Ferienlager – die 3. Generation“), und in ihren Bechern schwillt der Schaum. Es formieren sich spontane leidenschaftliche Diskussionen, die letzten Stunden werden heraufbeschworen, bestaunt und kritisch beäugt, dann plötzlich die Frage: Moment, wie heißt du eigentlich? Man lümmelt auf den Sitzsäcken und im Gras, an den Bierbänken wird gelacht, und später werden die Sitzsäcke ans Lagerfeuer getragen und man wärmt sich, es gibt Brot und Wein, und man setzt sich ans Feuer im Garten als Fremder unter Fremden, und wenn die ersten Scheite abgebrannt sind, sind Bekanntschaften geschlossen und Brot ist geteilt worden, und es haben sich Blicke getroffen und Hände gestreift, und ein Mann kommt aus dem Haus, der trägt neue Scheite und legt sie ins Feuer, und es wird heller und wärmer und Funken spritzen mir um die Füße. Das Theaterfestival ist zu den Festspielen nach Hause gekommen. Jemand flüstert mir zu: Es wird noch besser.

Video: David Holdowanski