als wär´s ein Stück von mir…:
Spielerische Geschichtsstunde

Hundert Jahre erster Weltkrieg, dreizehn Jugendliche aus Grevenbroich

Sie gestehen: „Wir können uns nicht vorstellen, wie der erste Weltkrieg war. Aber wir haben unsere Fantasie.“ Die Produktion „… als wär’s ein Stück von mir“ ist eine verspielte Annäherung an eine Katastrophe, deren Protagonisten mittlerweile nicht mehr leben.

Die Bühne ist mit grün-braunen Tarnnetzen ausgelegt. Die Leinwand im Hintergrund zeigt Filmaufnahmen von einem Feld aus Flandern, Massengrab Tausender gefallener Soldaten. Wie eine wissbegierige Detektivgruppe aus dem Kinderkanal tigern die Schülerinnen und Schüler aus Grevenbroich über die Bühne. Sie bewundern die Miniatur eines Kriegsgeschützes, marschieren und salutieren in Militäranzügen, die ihnen ein paar Nummern zu groß sind. Das Motto lautet. „Wir stellen uns vor, wie es damals war.“

Eingespielt werden Video-Montagen, vor dem Greenscreen aufgenommen, in denen die Truppe durch historische Fotografien wandert, über Schlachtfelder und Schützengräben. Dann ein Live-Bild von der Handkamera auf der Bühne: Eine Schauspielerin filmt ein Modell mit blutigen Feldlazarett-Betten, riesengroß erscheint es auf der Leinwand. Die Schauspieler stehen im Hintergrund, heben die Brauen, formen den Mund zum O und staunen.

Belehren oder schockieren will die Inszenierung nicht. Es ist ein unvoreingenommenes Stück aus der Perspektive neugieriger Jugendlicher über Ereignisse, die für manche Schüler nicht mehr sind als ein weiteres Kapitel im dicken Geschichtsbuch: eine spielerische Geschichtsstunde für ein junges Publikum.

Foto: Dave Großmann