2+x Welten:
Ausrede aus einer Rezension

Es fällt mir schwer, nach einem Stück wie »2+x Welten« eine konventionelle Rezension zu verfassen, in der man die analytisch-erhabene Distanz eines Rezensenten wahrt, und es dabei vermeidet, von sich in der ersten Person zu sprechen. Deshalb mache ich das heute nicht. Ich habe gestern Abend meinen Notizblock zur Seite gelegt und mich restlos begeistern lassen. Ich habe viel gelacht, und einige Male tatsächlich (wie man so sagt) den »Atem angehalten«. Die 13 Schauspieler aus Münster erzählten von ihrer afrikanischen Heimat, und wie sich ihr Leben in Deutschland verändert hat. Sie tanzten, performten und sangen, sie erzählten vom ersten Schnee ihres Lebens, vom Verliebtsein, von den afrikanischen Lieblingsgerichten, die sie in Deutschland vermissten. Und sie machten das alles so unprätentiös, so witzig und spannend, und bei aller Lässigkeit und Verschmitztheit gleichzeitig so präzise eintrainiert, dass man nur staunen konnte. Und das mache ich immer noch. Ich muss an dieser Stelle kapitulieren. Es war einfach zu geil.

Foto: Dave Großmann